Redbreast
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Mittwoch, 18. Februar 2026

Redbreast Lustau Edition

 

Whiskybase

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Im Urlaub zu Weihnachten war mir mal wieder nach einem irischen Whiskey. In meiner Sammlung tummeln sich zwar nicht annähernd so viele wie vom Nachbarn im Norden der englischen Insel, aber doch der eine oder andere. Meine Wahl fiel auf einen Redbreast 12 CS aus 2019, genauer gesagt auf die Batch-Abfüllung B1/19.

Und was soll ich sagen: Es ist jetzt Anfang Februar – und in der Flasche ist nicht mehr viel übrig. Dieser spezielle Pot-Still-Charakter mit gerösteten Müslicerealien, Rosinenkuchen und der feinen, nicht zu heftigen Würze gefällt mir so gut, dass ich mir immer wieder abends ein Glas gönne und genieße.

Aus diesem Grund entschied ich mich als wöchentliches Tasting-Objekt für den Redbreast Lustau Edition. Dabei handelt es sich um einen Non-Age-Statement Pot-Still Whiskey, der nach 9 bis 12 Jahren Reifung in Ex-Bourbon- und Sherryfässern ein einjähriges Finish in Oloroso-Sherryfässern aus der Bodega Lustau in Jerez erhielt. Abgefüllt wird er mit 46 % vol., also etwas kräftiger als der normale 12-Jährige.

Wenn der Lustau nur halb so gut ist, werden wir Freunde.


Aussehen
Rotgold bzw. dunkles Bernstein


Nase
Geruchsseitig beginnt bei mir bereits das zarte Pflänzchen der Freundschaft zu wachsen. Eine eindeutige Redbreast-Nase: Wie beim 12 CS finde ich sofort die typischen gerösteten Getreidearomen, süßen Honig, Rosinen, Zimt und Muskatnuss – ergänzt von weiteren Gewürzen, die ich nicht klar einzeln herausarbeiten kann.

Neben den Rosinen gesellen sich weitere getrocknete Früchte wie Datteln, Aprikosen und Feigen hinzu und bilden ein cremig-süßes Fruchtpotpourri. Apropos cremig: Neben dem Honig zeigen sich auch süße Milchkaramellbonbons.

Im Vergleich zu den 12 CS-Abfüllungen mit deutlich über 50 % vol. funktioniert die Trinkstärke von 46 % beim Lustau durchaus gut. Olfaktorisch ist er sehr nah am 12er und am CS. Das Sherryfinish bringt vielleicht noch eine Spur mehr Süße und Sherryeinfluss mit.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Im Mund empfinde ich den Sherryeinfluss deutlicher als zuvor in der Nase. Das Mundgefühl ist leicht und zugleich voll: Der Pot Still gleitet weich und cremig über die Zunge, verteilt die Aromen aber durchaus kräftig im gesamten Mundraum.

Eine ordentliche Süße ist sofort präsent. Diese stammt weniger von Honig oder Karamell, sondern vielmehr von den Sherryfrüchten. Rosinen – vielleicht etwas weniger intensiv als beim 12 CS –, Datteln und Pflaumenmus sorgen für den fruchtig-süßen Touch. Dem stehen Muskatnuss, vor allem aber Zimt sowie geröstete Nüsse und Schokolade als angenehmer Gegenpart gegenüber. Eine leicht würzige Attitüde entfaltet sich zusätzlich durch eine aufkeimende Eichenholznote.


Abgang
Rosinen und Datteln verabschieden sich mit einer Prise Zimt in einen mittellangen Abgang. Das aromatische Holz bleibt noch etwas länger am Gaumen haften. Auch wenn das Finish nicht besonders lang ist, gefällt es mir durchaus gut.


Fazit
Eine typische Redbreast-Pot-Still-Abfüllung, die ihre Verwandtschaft zum 12y und zur CS-Variante nicht verbergen kann – und auch nicht muss. Das Sherryfinish bringt zusätzliche Nuancen in das bekannte Aromen- und Geschmacksprofil.

Alles in allem eine sehr feine Pot-Still-Abfüllung, die in Nase und Mund viel Freude bereitet. Wer die CS-Variante nicht bekommt, kann beruhigt zum Lustau greifen und wird damit sicherlich glücklich.

Donnerstag, 18. März 2021

Redbreast 21y



Whiskybase

Bin schon eine geraume Zeit um dieses Sample herumgeschlichen. Ich wartete auf einen passenden Moment. Und St. Patricks Day kann wohl nicht passender sein. Redbreast ist - neben meinem emotionalen Favoriten Teeling - meine liebste Brennerei von der irischen Insel. Ich hatte schon einige Rotkehlchen (12y, 12y CS und 15y) im Glas und sie gefielen mir alle sehr bis besonders gut. 


Nase & Aussehen
Wenn meine Information stimmt, dann ist der Redbreast 21y leider gefärbt (warum auch immer). Die Farbe im Glas ist ansich golden. Sehr langsam und gemächlich bewegen sich zahlreiche Legs am Rand des Glases hinab. Der erste Eindruck ist ein sehr harmonischer, ruhiger. Die Bourbonfässer haben tolle Arbeit geleistet. Fast schon so etwas wie eine leichte Klebernote kommt zum Vorschein, verfliegt aber nach einiger Zeit.
Dafür bleibt Vanille und noch mehr Vanille. Dazu kombiniert sich eine schöne aber nicht zu intensive Süße. Eine Fruchtbombe! Wobei ich mir schwer tue, die einzelnen Obstsorten exakt aus diesem Obstkorb zu bestimmen. Viel reifes gelbe Kernobst wie Birne und Apfel sowie Zucker- und Honigmelonen. Aber auch tropische Gesellen wie Mango, süßsäuerliche Papaya sind vorhanden. Und im Hintergrund kommen etwas die roten Früchte vom Sherryfass heraus sowie eine sehr angenehme Würzigkeit, die die gesammte Zeit die fruchtigen Aromen umschmeichelt. Nach vielen Minuten meldet sich immer wieder eine leicht blumige Note aus dem Glas.


Geschmack
Sehr cremig und einfach rund fließt der Whiskey in den Mundraum - tolles Mundgefühl. Eine gewisse Würzigkeit, wie ich sie immer bei irischen Malts habe, entfaltet sich zu Beginn. Ist das vielleicht die ungemälzte Gerste? Dann kommen die tropischen und gelben Früchte sofort dahinter mit einer kräftigen Süße zum Vorschein. Der volle Gewürzschrank öffnet sich gerade mit Muskat, Zimt aber auch mediterrane Küchengewürze. Gegen Ende wird es ganz leicht pfeffrig vom Fass.


Abgang
Erstaunlich wenig Eiche für das Alter ist zu bemerken. Die tolle Würzigkeit aus dem Mund ist auch im gesamten Abgang vorhanden und bleibt lange im Mundraum präsent. Altes Leder- und Tabakassoziationen sind ebenfalls im Nachhall zu schmecken.


Fazit
Ich weiß nicht, was mir besser gefällt. Die Geruch oder der Geschmack. Das ist wirklich ein Brett. Ich verstehe warum dieser Malt so viele Fans hat. Ab Heute mich eingeschlossen. Eine wirklich sehr ausgewogene und zugleich gediegene Nase. Aber auch im Geschmack ein tolles Wechselspiel zwischen der Furch und der Würze. Ein wirklich schöner Abendveredler.


Freitag, 12. Juni 2020

Redbreast 15y


Redbreast 15y

Nase & Aussehen
Die Farbe im Glas ist ein sattes Safrangelb. Relativ flott rinnen die Legs ölig am Rand vom Snifter hinab. Erster Eindruck ist überraschend bourbonfasslastig mit reifen Äpfel und Birnen. Vom Sherryeinfluss ist am Anfang eher wenig zu bemerken. Leichte Schärfe in der Nase. Nach einiger Zeit der Ruhe im Glas vergeht die Schärfe und überlässt einer cremigen, honiggleichen Note den Vorrang. Die Frucht wechselt nun auch langsam mehr zur Orange, tropischen Fruchtsalatmix mit Mango und Maracuja. Dahinter erkennt man ganz leicht Gewürze wie Muskat und Nelke. Die Nase ist durchaus komplex!
Mit ein paar Tropfen Wasser ist die Schärfe komplett weg und es übernehmen fruchtige, vanillige Honig-Noten die Überhand.

Geschmack
Cremiges Mundgefühl, sehr wärmend im Mundraum. Gleich zu Beginn kurz eine süße Fruchtigkeit, der Obstsalat ist präsent, die aber sehr schnell in eine pfeffrig, würzige Note übergeht. Nach dem ersten Probieren kommt auch die Vanille dazu, die sprizig, pfeffrige Würzigkeit mit Zimt und Muskat ist weniger aber immer noch sehr präsent. Die Früchte sind aber nun noch mehr im Mund vorhanden. Auch Malz ist jetzt leicht zu schmecken. Hatte ich so gar nicht in der Nase. Lecker.
Im Mund wird der Tropfen mit Wasserzugabe weniger cremig und mehr wässrig. Auch der Geschmack leidet. Also eindeutig, Wasser benötigt er beim Geschmack nicht.

Redbreast 15y

Abgang
Schön wärmend wandert er den Rachen hinab. Die Gewürze sind weiterhin dominat. Eine angenehme Bitternote, wie ein kleiner Brauner (Kaffeezubereitung in Österreich mit einem Schuss Milch oder Obers), bleibt im Mund stehen.

Fazit
Der 15jährige ist doch deutlich anders, als der 12er. Er benötigt seine entspannte Ruhe im Glas, dann macht er aber sehr schön auf. Die Nase wird dann wirklich vielfruchtig. Helles Kernobst wie Äpfel und Birnen in Kooperation mit tropischen Kollegen wie Mango, Maracuja und auch so etwas wie Birne sind dabei. Der Sherryeinfluss vom Oloroso hält sich dezent im Hintergrund. Man muss sich auf ihn einlassen, ihm Zeit geben. Dann wird man mit einem leckeren Iren belohnt. Wer jedoch denkt, man bekommt einen aufgemotzten 12jährigen ins Glas, sollte wohl eher zur Fassstärke-Variante vom 12y greifen.

Mittwoch, 8. Januar 2020

Redbreast 12y CS Batch 1/19


Whiskybase

Nase & Aussehen
Der Cask Strength vom zwölfjährigen Redbreast präsentiert sich mit einem satten Goldton im Glas. Die 54,6% Alkohol stören beim Riechen überhaupt nicht. Kein unangenehmes Stechen in der Nase. Mir gefiel ja schon das Aroma vom normalen 12y aber das hier ist Konzentrat pur. Rosinen, eingelegte Rosinen mit Vanillezucker. Schöne Sherrynoten, aber nicht zu intensiv - in der Balance mit den anderen Aromen. Beim zweiten Hineinriechen kommen Nelken und Muskat.
Mit zwei Tropfen Wasser treten die Sherryaromen etwas hervor und die omnipräsenten Rosinen treten etwas in den Hintergrund. Alles in allem bleibt die Nase schön intensiv.

Geschmack
Starkes öliges Mundgefühl. Die Rosinen kommen mit einem Vorschlaghammer angebraust. Wow. Ein süßes, dickflüssiges Gewürzelixier. Neben den Rosinen habe ich die Vanille und die Sherryfrüchte im Mund. Und obwohl ich beim ersten Schluck keine Wasserverdünnung genommen habe, ist überhaupt kein Brennen zu spüren.
Auch im Mund wechselt das Zusammenspiel mit ein wenig Wasser hin zum süßen Sherry und etwas weg vom Rosinentopf.

Abgang
Die Rosinen bleiben extrem lang im Mund und im Rachen präsent. Am Ende gesellen sich etwas Eichenwürze und -bitterkeit hinzu. Aber für mich sehr dezent. Beim Abgang mit Wasserzugabe wird die Eiche präsenter.

Fazit
Die Rosinen sind sowohl im Mund als auch im Abgang intensiv und lange vorhanden. Trotz Fassstärke würde ich hier das Wasser weglassen. Die knapp 55% Alkohol sind super gut eingebunden und fördern vor allem den Transport der Aromen und des Geschmacks. Toller Malt!

PS:
Nach dem Sample konnte ich nicht anders und hab mir eine Flasche von diesem Batch besorgt.

Mittwoch, 13. November 2019

Redbreast 12y


Whiskybase

Nase & im Glas:
Bernsteinfarbe im Glas. Dunkles Bernstein. Schön ölig rinnen die Legs am Rand des Glases hinab. Nach ein paar Minuten offenbart sich mir eine tolle komplexe Nase! Sherry ist da, aber nicht so vordergründig, wie beim Edradour 12y Caledonia. Süße Rosinen, Vanille, Kuchen mit dunklen Früchten.

Geschmack:
Gleich beim ersten Schluck viel Vanille, cremig im Mund. Leichte Sherrynoten sind wahrnehmbar. In der Mitte würzig, Ingwer, schön kräftig. Trotz nur 40% Alkohol ist der Antritt im Mund ordentlich.

Abgang:
Am Ende wird der Mundraum trockener. Ich merke immer noch die Sherryfrüchte. Es kommt Eiche, aber dezent bis zum Ende mit einer angenehmen Bitterkeit, 70%iger Kakao. Der Abgang ist eher auf der längeren Seite.

Fazit:
Was für eine Kanone für seine 12 Jahre! Die Cremigkeit ist vom Anfang bis zum Ende da. Sherry ist hier untermalend, nicht vordergründig. Also der Redbreast gefällt mir ausnehmend gut! Toller Ire. Also das ist ein würdiger Kandidat für den Titel des Sherry Daily Drams.
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