Mittwoch, 4. März 2026

Benromach Vintage 2012 CS Batch 3

 

Whiskybase

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Die Vintage-Reihe repräsentiert die fassstarken Abfüllungen innerhalb der Standard-Range der Speyside-Brennerei Benromach. Die einzelnen Ausgaben werden in Batches – aus einer nicht näher spezifizierten Anzahl an erstbefüllten Sherry- und Bourbonfässern – in Fassstärke abgefüllt. Dadurch variieren sowohl der Alkoholgehalt als auch das Geschmacksprofil zwischen den einzelnen Batches.

Auf den Flaschen ist jeweils das Destillationsjahr angegeben; in der Regel liegen die Abfüllungen dieser Reihe bei einem Alter zwischen neun und zehn Jahren.

Die heute verkostete Flasche ist die Vintage 2012 Batch 3 mit 59,6 % vol. Für diesen Batch wurden 21 Fässer verwendet. Die genaue Verteilung zwischen Sherry- und Bourbonfässern innerhalb des Vattings ist nicht bekannt.


Aussehen
Rötlicher Bernstein


Nase
Die Nase wird sogleich von zartem Rauch begrüßt – wie noch leicht glühende Steinkohle, auf der sich bereits eine feine Ascheschicht gebildet hat. Erdige, leicht schmutzige Grundtöne vermischen sich mit dem Duft von gelben Ringlotten und Äpfeln. Getrocknete Aprikosen- und Pfirsichstücke bringen eine dezente, zurückhaltende Süße ins Spiel.

Ein Hauch von getrocknetem Tabak und Möbelpolitur auf altem Leder schwingt mit. Mit etwas Zeit und Luftzufuhr gesellen sich geröstete Haselnüsse und Müslistücke hinzu. Auch die Sherryaromen treten nun deutlicher hervor – allen voran getrocknete Beeren, Datteln und Feigen.
Der hohe Alkoholgehalt zeigt sich in einer zarten Eukalyptusnote, ist insgesamt jedoch sehr gut integriert.

Die Nase erinnert mich sanft an Springbank mit dieser leicht schmutzigen Rauchattitüde und dem eher moderaten Sherryprofil.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Trotz der hohen Alkoholstärke ist der Malt sehr gut pur genießbar. Ein süßer Antritt wird von Zwetschgenmus und geschmolzener Milchschokolade begleitet, die cremig über die Zunge gleiten. Der Rauch ist im Mund deutlicher wahrnehmbar als in der Nase, bleibt jedoch im unteren Intensitätsbereich.

Die Rauchcharakteristik entwickelt sich eher in Richtung Lagerfeuer mit einem Hauch von Ruß. Frische Minze und eine angenehme Pfefferschärfe unterstreichen den Alkoholgehalt. Das Schärfegefühl verweilt jedoch nicht lange und geht rasch wieder in süße Sherryaromen über – vor allem getrocknete Aprikosen, Datteln und Rosinen.

Getrocknete Gewürze wie Zimt und Muskat, kombiniert mit Tabak und Holzwürze, runden das Geschmacksprofil stimmig ab.


Abgang
Zum Ende hin kehren die erdigen, leicht schmutzigen Noten zurück. Asche und Rauch haften länger im Rachen und am Gaumen. Auch die süßen Noten der getrockneten Früchte und des Tabaks bleiben nachhaltig präsent.


Fazit
Interessanterweise zeigt sich mit Wasserzugabe – sowohl in der Nase als auch am Gaumen – eine Spur Schwefel. Sehr dezent und für mich kaum störend. Ein Hauch Schwefel, wie hier, stört mich nicht – im Gegenteil: Für mich bringt er sogar etwas zusätzliche Komplexität und eine gewisse Umami-Note ins Spiel.

Davon abgesehen ist dies erneut eine sehr leckere, kraftvolle Abfüllung von Benromach, die richtig Spaß im Glas macht.

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