Whiskey
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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Dunville‘s 10y PX

 

Whiskybase

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Der Name Dunville reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und bezeichnete zu seiner Zeit eine der bekanntesten irischen Whiskeymarken. Durch den plötzlichen Tod von Robert Lambart Dunville im Jahr 1931 und das Fehlen eines Nachfolgers geriet Royal Irish Distilleries, seinerzeit die modernste und größte Brennerei Irlands und Produzent der Dunville Whiskeys, in eine wirtschaftliche Schieflage. Davon konnte sich das Unternehmen nicht mehr erholen und wurde schließlich 1936 geschlossen.

Fast 80 Jahre lang gab es keinen Whiskey mehr in Irland mit diesem Markennamen. Eine Ausnahme bildeten vereinzelt Flaschen aus der ursprünglichen Produktionszeit, die bei Auktionen zu horrenden Preisen unter den Hammer kamen.

Dies änderte sich 2013, als Shane Braniff, Gründer der Echlinville Distillery, die Markenrechte erwarb und seitdem unter diesem Namen Whiskeys vertreibt, die von anderen irischen Brennereien stammen. Inzwischen produziert die Farm Distillery Echlinville auch eigenen Whiskey und brachte 2024 die erste entsprechende Abfüllung heraus. Trotzdem wird für die verschiedenen Dunville-Varianten weiterhin zugekaufter Whiskey verwendet.

Der Whiskey für den Dunville's 10 Years PX wurde auf dem Echlinville Estate drei bis vier Jahre in PX-Fässern nachgereift. Woher der ursprünglich verwendete Whiskey stammt, ist nicht bekannt. Auch die verfügbaren Quellen sind sich nicht sicher und spekulieren entweder über Cooley oder Bushmills. Das wäre allein schon deshalb interessant, weil sich damit die Frage stellen würde, ob der Whiskey zweifach wie bei Cooley oder dreifach wie bei Bushmills destilliert wurde. Das macht geschmacklich durchaus einen Unterschied.

Der Single Malt Whiskey wurde in angenehmer Trinkstärke von 46% abgefüllt und weder gefärbt noch kühlgefiltert.


Aussehen
Rötliches Kupfer.


Nase
In der Nase beginnt der Ire zunächst mit einer angenehmen Fruchtsäure, die in Richtung saftiges Kernobst geht, um gleichzeitig mit einer mittelintensiven Süße zum PX-Finish überzuleiten.

In Vanillesaft eingelegte Rosinen, Erdbeermarmelade, Datteln und Feigen sowie dickes Pflaumenmus, leichte Nuancen von Tabak und Leder zeugen von sehr aktiven Sherryfässern. Die Nachreifung funktioniert aber recht gut. Die intensiven PX-Noten sind unverkennbar, lassen jedoch zum Glück dem Whiskey genügend Raum, um nicht zu dominant zu wirken.

Im Hintergrund liegt die ganze Zeit eine feine, aromatische Würzigkeit, die an Sandelholz und zugleich an Lebkuchengewürz mit Zimt, Nelken und Muskat erinnert. Vom Alkohol merkt man fast nichts, er ist sehr gut integriert.

Der Geruch gefällt mir gut. Die Aromen sind kräftig, gut miteinander verwoben und sorgen für ordentlich Spaß in der Nase.


Geschmack
Das hätte man vom Geruch her nicht unbedingt vermutet, aber der Whiskey startet am Gaumen zunächst eher würzig, mit einem deutlichen Holzeinfluss und dunkler, herber Schokolade, in der sich ein paar Chiliflocken verstecken. Diese leichte Schärfe hätte ich nicht erwartet. Vor allem ist auch die Süße, die in der Nase doch kräftig vorhanden war, nun deutlich abgeschwächt. Das Mundgefühl gestaltet sich sanft und leicht. Die Aromen sind zwar durchaus kräftig, aber es fehlt trotzdem etwas an Intensität.

Mit dem zweiten Schluck kommt die Süße etwas zurück, gemeinsam mit Rosinen, Datteln und Feigen sowie den eingekochten Pflaumen und Erdbeeren. Auch die Vanille ist wieder präsent, wenn auch etwas reduziert.

Es bleibt aber weiterhin würzig. Neben dem Holzeinfluss, der sich mit einer leicht bitteren Mandelnote zeigt, sind es weiterhin sanfte Pfeffernoten sowie Zimt und Muskat. Wo ich beim ersten Schluck noch etwas die Dichte und Intensität der Aromen bekrittelte, präsentieren sie sich im weiteren Genuss durchaus kräftig. Der Whiskey brauchte einfach etwas Zeit.


Abgang
Etwas Pfefferminze mit Spuren von Leder und Tabak gibt beim wohlwollend mittellangen Finale anfänglich den Ton an. Ansonsten bleiben noch die eine oder andere Rosine, die letzten Reste Pflaumenmus in der Schüssel und eine angenehme Eichenwürze länger in Erinnerung.


Fazit
Rein von seiner Kernigkeit und Würzigkeit, die vor allem am Gaumen zum Vorschein kommen, würde ich bei der Frage, ob zweifach oder dreifach destilliert, stark zu Cooley tendieren. Davon unabhängig gefällt mir dieser Ire gut im Glas. Die Unterschiede zwischen Nase und Gaumen sind einerseits doch überraschend, andererseits aber auch positiv, da er damit Gott sei Dank nicht in die zu süße PX-Falle tappt.

Ein wenig mehr Frucht hätte ich jedoch schon gerne im Mund geschmeckt. Auch das Finale hätte etwas länger ausfallen dürfen. Und trotzdem wird er mir weiterhin viel Spaß im Glas machen, vor allem jetzt in der kühleren und trüberen Herbstsaison.

Mittwoch, 12. März 2025

Powers 12y John‘s Lane Release

 

Whiskybase

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An den Tagen rund um den St. Patricks Day darf schon der eine oder andere irische Whiskey im Glas landen. Ich habe mir dafür ein schon älteres Sample des Powers 12y John's Lane Release auserkoren. Vom Aussehen des Samples her scheine ich noch die ältere Version, vor dem 2020 modernisierten Flaschen- und Labeldesign, im Glas zu haben. Ich habe keine Vergleichswerte, aus einigen Informationen und Tasting Notes anderer Whisky-Liebhaber, jedoch scheint es so zu sein, dass sich zwar an der Fassbelegung offiziell nichts verändert hat, der Geschmack jedoch schon anders sein soll.

John's Lane Release ist eine Reminiszenz an den ursprünglichen Standort der Powers Brennerei in Dublin. Powers gehört seit geraumer Zeit zu Irish Distillers Group und wird, wie zahlreiche andere Marken, gemeinsam in der Midleton Distillery gebrannt. Dieser Single Pot Still Irish Whiskey kam 2010 auf den Markt, damals noch mit dem markanten und bekannten goldenen Label.

Der mit 46% abgefüllte 12jährige reift hauptsächlich in 1st-Fill Bourbonfässern sowie zu einem kleineren Teil in Oloroso Sherryfässern.   

Fotocredit: whiskybase.com


Aussehen
Sattes Gelbgold.


Nase
Eine Handvoll Haferkekse mit Milchschokolade überzogen. Eine feine Würzigkeit wird von Vanille und roten Früchten flankiert, vorwiegend Kirschenkompott mit warmer Vanillesauce. Orangenmarmelade sowie eine ordentliche Portion Karamell spielen zusammen mit Gewürzen wie Muskat und Zimt kräftig mit im Geschmacksreigen. Im Hintergrund liegt eine aromatische Holznote, in der neben Eiche auch andere Hölzer wie Zedern und Sandelholz mitschwingen. Dies ist eine wirklich schöne Pot Still Nase, cremig, fruchtig, mit viel Karamell sowie Schokolade und doch blitzt immer wieder dieser typische Duft nach geröstetem Getreide und Cerealien auf. Der Einfluss der Sherryfässer ist zwar auch vorhanden, für mich jedoch deutlich reduzierter im Vergleich zu den 1st Fill Bourbonfässern. Der Alkohol spielt keine wesentliche Rolle im Geruch.


Geschmack
Ein sehr weicher Beginn, der in ein cremiges Mundgefühl übergeht. Weiches Karamell, dass mit einer Vanillesauce, die bereits leicht in puddinghafte Konsistenz übergeht, überzogen ist. Es finden sich - im positiven Sinne - zarte Anklänge eines gut gemachten Eierlikörs, vor allem diese cremig weiche Sämigkeit in Verbindung mit der intensiven Vanille.

Darunter findet man Müsli-Crunch mit den Stücken und dem Saft von Pfirsichen aus der Dose. Hinten heraus baut sich eine angenehme Würzigkeit mit etwas Muskatnuss und Zimt auf, die durch eine dunkle Schokolade mit etwas mehr als 50% Kakaoanteil verstärkt wird.

2010 kam der John's Lane Release das erste Mal auf den Markt und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit bei den Freunden irischer Single Pot Still Whiskeys.


Abgang
Gegen Ende hin steigert sich der Kakaoanteil in der Schokolade noch ein wenig. Eine leichte, aber doch spürbare bittere Sequenz ist nun gegenwärtig. Dazu gesellt sich noch einmal ein cremig süßes Karamellbonbon, auch ein Löffel Aprikosenmarmelade ist im Finale Teil des mittellangen Abgangs.


Fazit
Ein sehr feiner und leckerer Vertreter des Pot Stills Stils. Vor allem die Verbindung von Vanille, cremigem Fudge und den gerösteten Getreidenote gefällt mir sehr gut. Wie sehr sich die von mir verkostete ältere Version gegenüber der neuen geschmacklich abhebt, wage ich nicht zu beurteilen. Ich habe auch viele positive Notes zur neueren Variante gefunden. Wer jedoch noch eine dieser älteren Flaschen zuhause stehen hat, hat einen guten Fang gemacht.

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