Glen Garioch
Posts mit dem Label Glen Garioch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 15. Juli 2026

Glen Garioch 12y – Ars Goetia #5 Asmodeus (whic)

 

Whiskybase

English Text-Version - please us the translation option of the internet browser or Apps like DeepL

Der Ars Goetia Asmodeus war die Black Friday Special Release des vergangenen Jahres von whic.de und gleichzeitig die fünfte Abfüllung ihrer Ars-Goetia-Reihe. Die Serie widmet sich mit ihren düsteren, diabolisch anmutenden Labels den Herrschern der Hölle und des ewigen Feuers.

Asmodeus stammt aus der jüdischen Mythologie und gilt als Dämon des Zorns, der Habgier und der Wollust. Das klingt zunächst nach einem opulenten Raubein. Entsprechend würde man wohl einen stark getorften Islay-Whisky oder eine intensiv in Sherry- oder Weinfässern gereifte Abfüllung erwarten.

Hinter dieser Edition verbirgt sich jedoch ein zwölfjähriger Glen Garioch mit Ex-Bourbonfass-Reifung. Also weder ein kräftiger Raucher noch eine Weinfassbombe. Im Gegenteil: ein ungetorfter Highlander in einem schönen Alter mit einer klassischen, fruchtbetonten Fassreifung.

Ich bin daher sehr gespannt, ob es hier tatsächlich teuflisch zugehen wird. Meine Erwartungen sind diesbezüglich eher verhalten. Aber glücklicherweise bin ich ein großer Fan von Bourbonfass-Reifungen.


Aussehen
Helles Strohgelb.


Nase
Wie bereits vermutet, ist von düsteren Höllenschwaden bei diesem Whisky absolut nichts zu finden. Ganz im Gegenteil: Süßer heller Kuchenteig mit reichlich Vanille verbindet sich mit Pfirsichen aus der Dose, Marillenkompott und weichem hellem Karamell.

Eigentlich eine sehr klassische Ex-Bourbonfass-Nase. Wären da nicht dezente Noten von nassem Heu und einer blühenden Sommerwiese mit ihren Kräutern. Sie verleihen dem Whisky mehr Tiefe und erinnern mich an den offiziellen Glen Garioch 12 Jahre, bei dem ich damals ebenfalls Assoziationen von Heidekraut hatte. Obwohl der 12-Jährige sowohl in Ex-Bourbon- als auch in Sherryfässern reift, scheinen diese grünen und kräuterigen Aromen tatsächlich Teil der Brennerei-DNA zu sein.

Die 46 % vol. zwicken gelegentlich leicht in der Nase und sorgen für eine angenehme Frische.

Fotocredit: whic.de


Geschmack
Sehr weich und rund beginnt der erste Schluck mit einer fast an Puderzucker erinnernden Süße. Diese wird von cremiger Vanille und warmem Birnenkompott mit etwas Zimt begleitet. Gemeinsam mit einer Spur Ingwer sorgt der Zimt für eine angenehme Würze, die sich im gesamten Mundraum ausbreitet und langsam den Weg für die Eiche freimacht.

Neben moderat bitter-würzigen Holznoten zeigen sich auch die Schale grüner Äpfel sowie eine leicht herbe Traubenkernnote. Die grünen Kräuteraromen aus der Nase treten am Gaumen dagegen deutlich in den Hintergrund. Der Alkohol ist gut eingebunden und transportiert die Aromen kraftvoll, ohne jemals aufdringlich zu wirken.


Abgang
Das Finish fällt eher mittellang aus. Die Eiche sorgt weiterhin für sanft bittere Eindrücke und verbindet sich mit Apfel- und Birnenschalen. Gleichzeitig bleibt die süße Vanillecreme bis zum Schluss präsent. Eine durchaus gelungene Wechselwirkung zwischen süßen und bitteren Aromen.


Fazit
Eine durchaus gelungene Ex-Bourbonfass-Abfüllung, die viel Trinkfreude bereitet. Der Whisky ist geradlinig, ehrlich, nicht übermäßig komplex, dafür aber ausgesprochen süffig.

Auf der anderen Seite fehlt ihm jedoch das gewisse Etwas, das ihn nachhaltig von vielen vergleichbaren Abfüllungen abheben würde. Wer unkomplizierte, sortenreine Single Malts aus dem Ex-Bourbonfass schätzt, macht hier sicherlich nichts falsch. Allerdings gibt es auf dem Markt zahlreiche Whiskys, die einen sehr ähnlichen Charakter bieten.

So bleibt der Ars Goetia Asmodeus für mich vor allem ein angenehmer Begleiter für einen lauen Sommerabend – mit einem spektakulären Etikett, aber einem bewusst bodenständigen und klassischen Inhalt.

Donnerstag, 17. September 2020

Glen Garioch 12y

 

Nase & im Glas:
Eine wirklich schöne Blütenhonigfarbe, die der Glen Garioch hier ins Glas zaubert. Am Beginn eine ganz zarte floralwürzige Geruchsnote, die mich leicht an die Nase vom Highland Park 12y erinnert. Da bei beiden Malts häufig von Heidekraut gesprochen wird, könnte es das sein, was ich hier rieche. Dahinter verbirgt sich eine dezente Orange, verknüpft mit einer reifen Birne. Mit 48 % Alkohol ist der Malt für einen Standard schon recht ordentlich bestückt. Obwohl die Nase durchwegs sehr rund und ausgewogen ist, merkt man immer wieder den Alkohol. Mit Wasser kommt die Orange mehr heraus und am Anfang das Heidekraut(?).

Geschmack:
Sehr schönes cremiges Mundgefühl. Am Anfang ist eine malzige Süße. Danach kommt Orangenpfeffer-Chutney mit einer schön Gewürzmischung, Zimt ist auf jedenfall dabei. Muskatnuss ist auch in der Mischung vorhanden, aber nur ein Hauch. Mit Wasserzugabe wird einerseits die Pfeffrigkeit reduziert, jedoch das Gewürzbeuterl nimmt mehr Fahrt auf.




Abgang:
Pfeffriger aber zugleich auch fruchtbetonter Abgang. Ganz, also wirklich ganz am Ende wird der Whisky etwas eichenlastiger und damit ein wenig trockener und bitter. Aber nicht zu sehr. Ein schöner Kontrapunkt zur anfänglichen Süße. 

Fazit:
Eine wirklich schöne ausgewogene Nase für einen 12y. Eine runde Sache. Der Sherryeinfluss ist hier schön zu finden. Die Kombination aus Pfeffer, Gewürze und Frucht ist auch im Mund schön mit einander verbunden. 

Mittwoch, 12. Februar 2020

Glen Garioch 15y


Whiskybase

Nase & im Glas:
Die Farbe im Premium Sniffer zeigt sich mir als Kupfergold. Volle dunkle getrocknete Früchte in der Nase. Kombiniert mit einem angenehmen Tabakgeruch, wie Pfeifentabak. Dahinter liegt eine schöne gesetzte Leder- und Schuhcremenote. Der Alkohol mit fast 54% ist in der Nase ohne Wasser kaum wahrnehmbar und sehr schön eingebunden. Mit ein paar Tropfen Wasser kommt auch Rosinenduft zu den Aromen in der Nase heraus.

Geschmack:
Ein toller voller Geschmack im Mund unverdünnt. Er füllt komplett den Mundraum mit einer schönen Dunkelfruchtigkeit aus, die alkoholspritzig ist und den Speichelfluss aber so richtig anregt. Jetzt kommen tolle Rosinen nach. Die angenehme Fruchtsüße der Rosinen ist anhaltend. Keine starke Süße, wie bei PX merklich, eher eine Fruchtsüße von dunklen, getrockneten Früchten wie Pflaumen oder Datteln.
Mit Wasser wirds gleich von Anfang an im Mund fruchtig süß aber auch die Würzigkeit tritt stärker zu Tage.

Abgang:
Dies Fruchtaromen der dunklen Zwetschken sind auch im Abgang präsent. Zum Ende hin kommt eine leichte höher prozentige Kakaonote. Die dunklen Sherrytöne bleiben bis zum Ende hin im Mund.
Mit Wasser bleibt die leckere Gewürznote auch im Abgang haften. Der Malt bekommt mit Wasser sogar noch mehr Volumen.

Fazit:
Der mundet mir schon sehr! Mag ich schon den 12er gern, ist dieser 15y ein wirklich toller Sherry-Kandidat. Von Anfang bis Ende hat man die dunklen Sherryeinflüsse schon in der Nase und im Mund. Die fast 54% an Alkohol sind lediglich im Mund durch eine Spritzigkeit auf der Zunge bemerkbar. Ein paar Tropfen Wasser tun ihm gut.
© Hogshead - der Whisky Blog
Template by Maira Gall