Glasgow 1770
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Mittwoch, 15. Oktober 2025

Glasgow 1770 Peated

 

Whiskybase

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Nach The Original ist mit Peated nun die zweite Abfüllung der Standardreihe von Glasgow 1770 bei mir im Glas. Für rauchige Single Malts war die Whiskyregion der Lowlands bislang nicht gerade bekannt. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch geändert – immer mehr junge Brennereien setzen auf Torf und zeigen, dass auch südlich der Highlands kräftig der Schornstein raucht. Glasgow 1770 hat, neben dem Peated aus der Core Range, seit dem Start auch immer wieder teils sehr intensive Rauchbomben als Sonderabfüllungen herausgebracht.

Beim Peated wird englische Gerste verwendet, die mit Torf aus Aberdeenshire auf rund 50 ppm Rauchgehalt getrocknet wird. Wie sein nicht rauchiger Bruder ist auch dieser Malt eine NAS-Abfüllung und wird zweifach destilliert. Die Reifung erfolgt hauptsächlich in frischen amerikanischen Weißeichenfässern mit 200 Litern Fassungsvermögen, bevor der Whisky für acht bis zwölf Monate in spanischen PX-Hogsheads ein Finish erhält. Abgefüllt wird, wie bei allen Malts der Serie, ohne Kühlfiltration und Färbung mit 46 Prozent.


Aussehen
Nussholzboden, dunkles Kupfer


Nase
Dicht und druckvoll steigen Rauchschwaden von feuchten Holzscheiten aus dem Glas – aschig, würzig, leicht klebrig. Im Hintergrund blitzt eine feine, leicht schmutzige Note von Öllappen auf, leicht funkig. Mit zunehmender Zeit entfalten sich BBQ-Sauce und gebratener Speck, was einen ausgeprägten Umami-Effekt erzeugt. Akzente von saftigen Orangen sorgen für Frische und Säure, begleitet von geräucherten Gummibärchen und aufgeschnittenen Vanilleschoten. Der Geruch ist intensiv, aber stimmig, und macht richtig Spaß. Von jugendlicher Schärfe oder schlecht integriertem Alkohol keine Spur.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Cremig und mit einem süßen Auftakt zeigt sich der Whisky im Mund. Orangenkompott und dunkle Beeren eröffnen den Geschmack, ehe der schmutzige Holzrauch mit seiner intensiven Asche wieder die Bühne betritt. Die Asche ist dicht, fast klebrig, und angenehm speckig. Getrocknete Küchenkräuter, Tabaknoten, Teriyaki-Sauce, Holzwürze und eine dezente Ingwerschärfe ergänzen das Gesamtbild. Im Vergleich zur Nase wirken die Aromen etwas luftiger, fast als würde ihm gegen Ende etwas der Atem ausgehen. Der Alkohol ist gut integriert, metallische Jugendnoten sind keine zu erkennen.


Abgang
Das Finale ist geprägt von angekohltem Holz, dunkler Schokolade, Leder und angebrannten Tabakblättern. Die Asche hält sich lange und intensiv im Rachen. Ganz zum Schluss wird es leicht bitter, fast wie bei zu dunkel karamellisiertem Zucker.


Fazit
Eine so ausgeprägte Rauch- und Ascheintensität hätte ich einem Lowlander nicht zugetraut – man könnte ihn blind durchaus für einen rauchigen Highlander halten. Die Kombination aus kräftigem, leicht schmutzigem Rauch und fruchtig-säuerlichen Aromen gefällt mir sehr gut. Jung wirkt er kaum, auch wenn er im Geschmack gegen Ende etwas an Power verliert. Für eine Standardabfüllung einer noch jungen Brennerei ist das hier aber ausgesprochen solide.

Donnerstag, 10. Juli 2025

Glasgow 1770 – The Original

 

Whiskybase

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Nach Lochlea, wo ich die erste sechsjährige Abfüllung im Glas hatte und Holyrood, die ich im April selbst in Edinburgh erkundet habe und bereits den Ambir verkostete, steht mit der Glasgow Distillery nun eine weitere junge Lowland-Brennerei auf meiner Probierliste.

Dafür habe ich mir vor ein paar Wochen das Sample-Set der Signature-Reihe der 2012 gegründeten und seit 2014 produzierenden Brennerei besorgt. Zur Standard-Range gehören neben dem The Original, der allerersten Abfüllung der Destillerie, auch noch der Peated und der Triple Distilled. Mit dem The Original beginne ich meine Entdeckungsreise.

Wie auch die beiden anderen Abfüllungen ist dieser Whisky ein NAS (No Age Statement), also ohne Altersangabe. Im Netz findet man allerdings Hinweise, dass er etwa vier bis fünf Jahre alt sein soll.

Die Reifung erfolgte überwiegend in 1st Fill Bourbonfässern, gefolgt von einer mehrmonatigen Nachreifung in amerikanischen Virgin Oak Casks. Abgefüllt wurde der Whisky mit 46 %, ohne Kühlfiltration und ohne künstliche Färbung – insgesamt also klassische und erfreulich transparente Rahmendaten. Durch die Fasswahl sollte sich das eigentliche Destillat gut herausschmecken lassen.

Fotocredit: whiskybase.com


Aussehen
Honigwein, Met.


Nase
Seinen Beinamen „Fresh & Fruity“ trägt dieser Malt absolut zu Recht. Vom Start weg überzeugt die Nase mit intensiv fruchtigen Noten: reife, saftige rote Äpfel, Aprikosen und zart duftende Weinbergpfirsiche prägen den ersten Eindruck. Begleitet wird der Obstkorb von cremiger Vanille und warmem Kuchenteig – es erinnert fast an frisch gebackenen Apfelkuchen mit Vanillesauce.

Auch florale Noten sind präsent: Lavendel und eine frisch geschnittene Blumenwiese.

Anfangs dominieren eindeutig die Ex-Bourbon-Fässer das Aromabild, bevor im Hintergrund das Virgin Oak Finish mit einer spürbaren, aber weiterhin harmonischen Eichennote auftritt.

Eine frische Minznote deutet auf die Jugend des Whiskys hin, der Alkohol ist jedoch gut eingebunden. Trotz des sicherlich geringen Alters gefällt mir die Nase überraschend gut.


Geschmack
Im Antritt kräftig, ohne allzu ausgeprägte Süße. Ein Hauch feiner Puderzucker ebnet der deutlichen Vanillenote den Weg. Fruchtseitig passiert im Mund eher weniger – stattdessen zeigt sich eine leicht scharf-würzige Pfeffernote, begleitet von einer immer präsenter werdenden Eichenholzwürze.

Dazu kommen Anklänge von Muskatnuss und frischer Pfefferminze. Mit dem zweiten und dritten Schluck wird das Gesamtbild harmonischer: Die Süße bleibt länger erhalten, und vereinzelt tauchen Fruchtnoten auf, wenn auch eher verhalten. Der Alkohol ist insgesamt gut integriert. Dennoch kann der Original seinen jugendlichen Charakter im Geschmack nicht ganz verbergen.


Abgang
Gegen Ende wird er deutlich herber und bitterer. Das Virgin Oak Finish übernimmt nun endgültig die Oberhand. Der Whisky rinnt angenehm wärmend den Hals hinunter, insgesamt bleibt der Abgang aber eher kurz.


Fazit
Was man sich von der ersten Abfüllung einer jungen Brennerei erwarten kann und darf, erfüllt The Original. Vor allem in der Nase überrascht er mit fein-fruchtigen Bourbonaromen. Im Mund zeigt er sich dagegen eher fassgeprägt und noch etwas kantig – typisch für einen jungen Whisky.

Positiv finde ich, dass Glasgow 1770 mit einer destillatsfreundlichen Fasskombination gestartet ist. Man erkennt den Whisky selbst noch hinter den Fassnoten, und auch wenn er noch jung ist, deutet er einiges an Potenzial für die Zukunft an.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich die beiden anderen Samples aus dem Set schlagen werden – der Peated und der Triple Distilled.

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