Deanston
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Mittwoch, 15. November 2023

Deanston 24y 1996/2020 (Hunter Laing)



 
Whiskybase

English Text-Version


Einen Single Malt von Deanston hatte ich schon länger keinen mehr im Glas. Nicht absichtlich, im Gegenteil, ich mag die Whiskies von Deanston eigentlich. Aber es kommt immer wieder vor, dass aus keinem bestimmten Grund, eine Brennerei sich aus dem Kreis der Brennereien entfernt, zu denen man regelmäßig greift. 

Deanston macht marketingtechnisch nicht so viel Lärm, wie andere Marktbegleiter. Sicherlich einer der Gründe, warum sie nicht so stark am Radar von so manchem von uns sind. Aber dies macht sie eigentlich auch wieder sympathisch. Deanston gehört zusammen mit Bunnahabain und Tobermory zur südafrikanischen Distell Group. Diese wurde im April '23 von Heineken übernommen. Ich bin gespannt, ob sich dadurch etwas bei den drei Brennereien in punkto Abfüllungen, Preisgestaltung, Fassauswahl, Mut etwas auszuprobieren, ändern wird. Man wird sehen.

Aber konzentrieren wir uns auf die Gegenwart bzw. auf die Vergangenheit und damit auf die Abfüllung, die ich im Glas habe. Und zwar haben wir hier einen 24 Jahre alten Deanston, der in einem Sherry Butt vom schottischen unabhängigen Abfüller Hunter Laing reifen durfte. Danach wurde der Malt mit 50% Alkoholgehalt, ungefärbt und ohne Kühlfiltration als Teil der Serie "The Old Malt Cask" in die Flaschen gefüllt.

Die Eckdaten sorgen für eine positive Erwartungshaltung.


Aussehen
Kräftiges Bernstein


Nase
Sehr weich und rund, der Alkohol ist überhaupt nicht zu riechen. Feine Honigaromen, verbunden mit Süße, jedoch stehen die Noten nach Bienenwachs und der Waben hier im Vordergrund. 

Typische Sherryaromen, mit Pflaume, getrockneten dunklen Früchten, etwas Rosinen und einer schönen nussigen Komponente, kommen hinter dieser anfänglich intensiven Bienenhonig/wachs Seite mit der Zeit immer mehr zum Vorschein. Gemeinsam mit einer ordentlichen Portion Vanille, Milchtoffee und aromatischen Holzwürze vom Fass, die mehr in die Richtung herbe dunkle Schokolade geht. Eine leicht säuerliche Fruchtnote blitzt immer wieder im Hintergrund durch. Insgesamt ist die Nase sehr homogen und elegant, mit einem ausgeglichenen Geruchsprofil, ohne Ecken und Kanten. 


Geschmack
Im Gegensatz zum Geruch ein überraschend kräftiger Antritt mit einem zugleich cremig, vollen Mundgefühl. Es ist doch auch Süße vorhanden, jedoch ist von dem intensiven Bienenwachs- und Honigeindruck aus der Nase im Geschmack nicht mehr viel zu bemerken. Dafür überwiegt anfänglich eine starke Würzigkeit mit dem Anflug von schwarzem Pfeffer und Zimt, die dann aber relativ rasch wieder verfliegt und der immer deutlicher werdenden Sherryfassreifung den Platz übergibt. Dunkle Schokolade mit Nusskrokant, getrocknete Feigen und Datteln zeigen sich ebenso wie Rosinen und Karamell. Wie auch schon in der Nase ist der Alkohol, bis auf das kurze Aufflackern, nicht wirklich präsent. Sehr harmonisch und weich, aber nicht langweilig.


Abgang
Die leckeren Sherryaromen ziehen sich schön lange ins Finish weiter. Leichte Tabaknoten sind ebenso zugegen. Das Fass meldet sich am Ende mit einem leichten Anflug von Kakao, gerösteten Nüssen und Holzgeschmack. Der Abgang ist lang anhaltend.


Fazit
Eine schöne Sherryabfüllung mit einer guten Balance zwischen Brennereicharakter und Fasseinfluss. Sehr elegant. Man könnte vielleicht anmerken, dass zwei, drei Prozent mehr an Alkoholgehalt noch mehr an Aromen heraus gekitzelt hätten. Stimmt. Aber gerade diese feine Ausgewogenheit, ohne dünn zu wirken, macht diesen 24jährigen Deanston aus. Gefällt mir gut. Aktuell ist er sogar noch zu bekommen, wenn auch für nicht allzu günstige € 200,-. 

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English Text-Version


I haven't had a single malt from Deanston in my glass for a while. Not intentionally, on the contrary, I actually like the whiskies from Deanston. But it happens from time to time that, for no particular reason, a distillery drops out of the circle of distilleries that you regularly choose. 

In terms of marketing, Deanston doesn't make as much noise as other market competitors. Certainly one of the reasons why they are not so much on the radar of some of us. But this actually makes them sympathetic again. Together with Bunnahabain and Tobermory, Deanston is part of the South African Distell Group. This was taken over by Heineken in April '23. I'm curious to see whether this will change anything at the three distilleries in terms of bottling, pricing, cask selection and the courage to try things out. We'll see.

But let's concentrate on the present and the past and therefore on the bottling I have in my glass. What we have here is a 24-year-old Deanston that was allowed to mature in a sherry butt from the Scottish independent bottler Hunter Laing. The malt was then bottled at 50% alcohol, uncoloured and without chill-filtration as part of "The Old Malt Cask" series.

The key data creates positive expectations.

Fotocredit: whiskyagents.com


Appearance
Strong amber colour


Nose
Very soft and round, you can't smell the alcohol at all. Fine honey flavours, combined with sweetness, but the notes of beeswax and honeycomb are in the foreground here. 

Typical sherry flavours, with plum, dried dark fruits, some sultanas and a nice nutty component, emerge more and more over time behind this initially intense honey/wax side. Together with a good portion of vanilla, milk toffee and aromatic wood spice from the barrel, which goes more in the direction of bitter dark chocolate. A slightly acidic fruity note keeps flashing through in the background. Overall, the nose is very homogeneous and elegant, with a balanced odour profile without any rough edges. 


Flavour
In contrast to the nose, the beginning is surprisingly powerful with a creamy, full mouthfeel. There is some sweetness, but not much of the intense beeswax and honey impression from the nose is noticeable in the flavour. Instead, a strong spiciness with hints of black pepper and cinnamon initially predominates, but this then fades relatively quickly and gives way to the increasingly clear sherry cask maturation. Dark chocolate with nut brittle, dried figs and dates are also evident, as are sultanas and caramel. As in the nose, the alcohol is not really present, apart from a short flare-up. Very harmonious and smooth, but not boring.


Finish
The delicious sherry flavours linger beautifully into the finish. Light tobacco flavours are also present. The cask makes itself known at the end with a slight hint of cocoa, roasted nuts and wood flavour. The finish is long-lasting.


Conclusion
A beautiful sherry bottling with a good balance between the character of the distillery and the influence of the cask. Very elegant. It could perhaps be said that two or three per cent more alcohol strength would have teased out even more flavours. That's true. But it is precisely this fine balance, without appearing thin, that characterises this 24-year-old Deanston. I like it a lot. It's even still available at the moment, albeit for a not too cheap € 200,-. 

Mittwoch, 19. Februar 2020

Deanston 12y 2006 SV


Whiskybase

Ich hab mir in den letzten Monaten einige Samples von diversen Deanstons von Signatur Vintage besorgt. Den Beginn macht der 12y 2006er mit 46% Alkohol.

Nase & Aussehen
Als schönes Orangegold zeichnet sich die Farbe des Deanston im Glas aus. Fein ölig ziehen die Legs am Rand des Snifters entlang. Gleich beim ersten Reinschnuppern ist eine klare, leicht mineralische Note auszumachen. Mit ein wenig Ruhezeit wird der Malt dann gleich fruchtiger. Es geht in Richtung Birne, zusammen mit einem guten Schuß Blütenhonig. Dahinter liegt ein Hauch von reifer Banane.

Geschmack
Leicht süß beginnt es im Mund. Geht aber sehr rasch in eine prickelnden Pfeffernote über, der dann noch nette Gewürze folgen. Auch die Obstaromen aus der Nase sind auch weiterhin zu schmecken. Weniger Sherry, als eine reife Birne. Auch etwas wie Orange bzw. deren Zesten ist zu merken.

Abgang
Die pfeffrige Eiche geht im Abgang nahtlos weiter. Im Hintergrund ist eine leichte Frucht noch zu erahnen. Die Eiche bleibt schön mittellang im Mundraum liegen.

Fazit
Ein schöner runder Malt. Die Nase braucht ein wenig Zeit im Glas, wird dann aber ein nettes Fruchtpotpourri mit einer schönes Honigsüße. Im Mund wird die Frucht relativ rasch von der Eiche abgelöst. Die Eiche ist aber nie auf der bitteren Seite, sondern immer auf der würzigen. Und das gefällt. Alles im allen ein guter ausgewogener Malt.

Dienstag, 26. November 2019

Deanston 12 & Deanston 18


Deanston 12 & Deanston 18

Nase und Glas 12y
Der 12jährige von Deanston im Bourbonfass gereift, zeigt sich mit einer wirklich schönen goldenen Farbe im Glas für seine 12 Jahre. Dezente Legbildung. Nach ein paar Minuten wird der Geruch schon voll süß cremig mit netten Grasnoten. Dann kommen reife rote Äpfel. Werthers Echte, Milchkaramell. Die 46,3% Alkohol merkt man absolut nicht in der Nase. Gefällt mir!

Nase und Glas 18y
Allzuviel Unterschied in der Farbe gegenüber dem 12er ist jetzt im Glencairn nicht zu sehen. Vielleicht um eine Nuance kräftiger liegt der Malt golden im Glas, aber nur ein Hauch. Der erste Eindruck, den ich habe, ist Orange. Süße Citrusnoten, die dann auch die ganze Nase über halten. Im Gegensatz zum 12y bemerke ich hier den Alkohol, der ebenfalls 46,3% beträgt, doch in der Nase. Frische sticht leicht im Naserl. Gibt man ihm ein wenig Zeit verfliegt der Alkohol und die Nase wird voluminöser. Die Orsnge bekommt Unterstützung von Süße und Malz. Ich habe leichte Assoziationen zur Nase vom Blanton’s Gold Bourbon.

Geschmack 12y
Erster Schluck kommt spritzig, malzig süß in den Mund. Füllt schön den Mundraum. Mit dem zweiten wirds cremig süß, der Antritt bleibt. Am Ende zwischen Mund und Abgang kommt noch ein netter nussiger Beigeschmack.

Geschmack 18y
Würzig mit leichter Süße beginnt der erste Schluck. Beim zweiten bleibt die Süße, sie wird cremiger, der Mund ist komplett ausgefüllt. Schön. Malzig, floral. Gut.

Abgang 12y
Der Dram wärmt schon den ganzen Rachen bis hinunter zum Magen. Zahnfleisch wird ein wenig trocken. Schöne Malzigkeit. Subtile Bitternote, die kurz anhält und dann in einen leichten Eichengeschmack endet.

Abgang 18y
Mehr Eiche gleich am Anfang vom Abgang (:-D), dann kommt eine bittere Nussnote, wie Walnuss. Der weitere Abgang ist malzig mit Eiche und das länger als beim 12y. Die am Anfang wahrgenommene Orange schwebt nochmals kurz durch den Mund.

Fazit
Der junge Standard-Deanston ist sehr weich für einen 12y. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden. Er gefällt mir für einen reinen bourbongereiften Malt gut. Meine bisherigen Versuche mit dieser Art der Reifung waren alle eher nicht so der Burner. Aber es waren ja auch noch nicht viele. Der Abgang könnte ein wenig prägnanter sein.

Die sechs Jahre länger im Fass, nimmt man dem 18y absolut ab. Er hat deutlich mehr Eiche, sowohl im Geschmack als auch beim Abgang zu bieten. Aber die ist nicht aufdringlich. Es passt. Er benötigt mehr Zeit im Glas um sich zu entfalten. Die für mich gefundenen Orangennoten sind sehr nett.
Beide Malts haben geschmeckt. Der 12y ist sicherlich auch für warme Sommertage der richtige Begleiter. Der 18y ist kompletter.
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