Suntory
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Mittwoch, 17. September 2025

Yamazaki 12y

 

Whiskybase

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Der Yamazaki 12 Jahre ist das Flaggschiff der ältesten Whisky-Brennerei Japans und zugleich der weltweit bekannteste Vertreter japanischer Single Malts. Bereits 1984 kam diese Abfüllung auf den Markt und trug maßgeblich dazu bei, den Erfolg von Whiskys aus dem Land der aufgehenden Sonne zu begründen. Der Yamazaki 12 Jahre ist für seinen ausgewogenen, sanften Stil bekannt und beliebt.

Für die Herstellung werden bis zu fünf verschiedene Fassarten eingesetzt, darunter amerikanische Weißeiche, spanische Eiche und die japanische Mizunara-Eiche, die für ihre besonderen Aromen berühmt ist. Abgefüllt wird er mit 43 Prozent, leider gefärbt und kühlgefiltert.

Vor fast genau vier Jahren hatte ich mit dem Yamazaki Distiller’s Reserve den kleinen Bruder des Zwölfjährigen im Glas. Diese NAS-Abfüllung entstand aus dem Mangel an geeigneten alten Fässern für den 12y und gefiel mir schon damals mit ihrer unaufdringlichen, fein aromatischen Art. Ich hoffte, dass der Zwölfjährige in die gleiche Kerbe schlagen würde.


Aussehen
Dunkelgold


Nase
Trotz des geringeren Alkoholgehalts zeigt sich die Nase voll und, bei aller Milde, durchaus ausdrucksstark. Feine Fruchtaromen von Aprikosen, Zitronenschale, Honigmelone und Ananasstücken aus der Dose sind harmonisch miteinander verwoben, fast schon an Parfum erinnernd. Dahinter liegen süße Honigwaben, aufgeschnittene Vanilleschoten, Sandelholz und Räucherstäbchen. Mit der Zeit wandelt sich der Eindruck von einem fruchtigen Obstsalat mit Vanillecreme hin zu würzigeren Holzaromen, ohne jemals bitter zu wirken. Dies dürfte der Einfluss der Mizunara-Fässer sein. Ein typisch japanischer Nasenschmeichler, bei dem alles handwerklich gekonnt zu einem stimmigen Ganzen verflochten ist.

Fotocredit: whiskybase.com


Geschmack
Der Eindruck aus der Nase setzt sich fort. Das Mundgefühl ist seidig und weich, der Alkohol nicht wahrnehmbar. Er wirkt nicht wässrig, aber doch etwas verdünnt, wenn er die Zunge erreicht. Zunächst treten Gewürze, die Mizunara-Eiche, ein Hauch weißer Pfeffer, grüner Tee und Kokosnussstücke hervor. Süße und Vanillecreme sind kurz präsent, werden dann von würzig-aromatischen Noten überdeckt, bevor sie wieder aufblitzen. Der Fruchtkorb aus der Nase ist zurückhaltender, weniger dominant. Vor allem gelbes Kernobst, Honigmelone und Marillenröster sorgen für den fruchtigen Anteil. Nach dem zweiten oder dritten Schluck wirkt das Mundgefühl deutlich voluminöser. Man gewöhnt sich an die Leichtigkeit und der Whisky wird richtig süffig.


Abgang
Grüner Tee mit seiner leichten Bitterkeit, dunkle Schokolade, Apfelschalen und aromatisches Eichenholz formen ein mittellanges Finish.


Fazit
Über den Preis schweigt man bei japanischen Whiskys besser, wie fast immer. Der klassische Yamazaki 12 Jahre überzeugt durch Eleganz und ein überschaubares, aber stimmiges Aromenspiel. Die Nase ist, wie so oft bei Japanern, eine wunderbar komponierte Komplexität und macht richtig Freude. Im Geschmack, der für mich bei Whiskys aus Japan häufig etwas zurückbleibt, fehlen zwar die fruchtbetonten Harmonien, doch die würzig-aromatischen Noten gefallen mir ebenfalls sehr gut. Sie machen den Whisky zudem unglaublich süffig. Sicher, 46 Prozent Trinkstärke wären optimal, aber auch mit 43 Prozent funktioniert er erstaunlich gut. Für Liebhaber japanischer Whiskys ist der Yamazaki 12 Jahre ein Muss. Hier hat man wirklich Geschichte und Tradition im Glas.

Mittwoch, 17. Mai 2023

Hakushu Distiller's Reserve

 

Whiskybase

English Text Version

Hakushu ist die zweite Brennerei, die neben Yamazaki, dem Suntory Konzern in Japan gehört. Sie ist die höchstgelegene Brennerei Japans und liegt inmitten eines Natur- und Vogelschutzgebietes. 1973 eröffnet und knapp 10 Jahre später ausgebaut und modernisiert war Hakushu eine Zeitlang die größte Destillerie der Welt. Innerhalb des Suntory Konzerns ist Hakushu vor allem für die Produktion von Whisky für die Blends Suntory Royal und später Blended Whisky Hibiki zuständig. 

Daneben gibt es eine kleine Reihe an Single Malt Abfüllungen. Aufgrund der stark reduzierten Fasslager fuhr auch Hakushu die Produktion der Abfüllungen mit Altersangabe rasant zurück und konzentrierte sich auf NAS-Abfüllungen. Der Distiller's Reserve ist damit die Standard Flasche im Sortiment und ersetzte den 10jährigen und auch oft den 12jährigen in der Verfügbarkeit.

Eine genaue Information hinsichtlich Alter und Fassbelegung ist bei Suntory bzw. Hakushu nicht zu finden. Aus Quellen im Internet ist zu lesen, dass hier 10, 12 und sogar 18jährige Malts verblendet wurden, hierbei sollen auch rauchige Malts verwendet worden sein. Für die Reifung sollen Ex-Bourbon als auch American Virgin Oak Fässer zum Einsatz kommen. Die Alkoholstärke beträgt 43%, leider ist der Malt gefärbt und kühlgefiltert. In dem Fall macht eine Kühlfiltration sogar Sinn, da in Japan sehr gerne Highballs getrunken werden und so der Whisky nicht eintrübt, wenn er mit Eis in Berührung kommt.

Die Hakushu Brennerei liegt inmitten eines Naturschutzgebietes und ist die höchstgelegene Destillerie Japans.
Fotocredit: Suntory Group, Suntory.com


Aussehen
Strohgolden, gefärbt. 


Nase
Eine sehr frische, fruchtige Nase. Grünes Gras und frisches Heu zeigt sich zuallererst. Zudem ist ein ganzer Korb voller Obst zu riechen. Neben reifen grünen wie roten Äpfeln, sind junge noch leicht grüne Zwetschken, Sternfrucht aber vor allem eine tolle Note von Honigmelonen in der Geruchskomposition vereint. Immer wieder blitzt Minzblättern durch, wenn man sie zwischen den Fingern reibt und dann daran riecht. Süße ist vorhanden, jedoch stammt sie mehr von den Früchten, als von Honig oder Zucker. Eine sehr harmonische und aromatische Nase, ohne das ein Teil des Geruchsspektrums hervorsticht. Typisch japanisch, fein konstruiert und komponiert. 


Geschmack
Es beginnt mit einem samtig, etwas wässrigen Mundgefühl. Eine feine Süße, kombiniert mit den aus der Nase bereits bekannten Früchten wie vor allem der Honigmelone und nun eher Birne statt Apfel, wird von einer deutlichen Vanillenote unterstrichen. Dann übernimmt eine nicht allzu heftige Würzigkeit mit etwas Ingwerschärfe die Führung im Mund. Die Holzaromen der Eichenfässer werden deutlicher. Es wird adstringierend und eine leichte Bitterkeit kommt durch. Die Pfefferminze zeigt sich gegen Ende im Geschmack auch kurz.


Abgang
Die sanfte Bitterkeit setzt sich im Finish fort. Eine Spur von Rauch, es könnte aber auch von den Eichenfässern stammen, ist vorhanden. Leichte Aromen der Vanille, sowie der Süße und fruchtige Aromen von der Schale von Äpfel und Birnen. Kein allzu langer Abgang. 


Fazit
Typische japanische Nase, fein und filigran und doch nicht schwach. Viel Frucht inkludiert. Sehr schön. Im Geschmack bleibt es harmonisch. Die Aromen sind aus der Nase vorhanden. Jedoch ist nun auch mehr Würze und mehr vom Holz zu schmecken. Im Finish, dass eher von kurzer Dauer ist, kommt eine ganz leichte Rauchnote hervor. Aber die kann man auch leicht übersehen/schmecken. 

Ich mag diese feinen, unaufdringlichen Japaner. Der Hakushu ist ein klassischer Vertreter dieser Art von Whisky. Muss man ihn sich kaufen? Nein. Der Preis passt aktuell nicht. Aber kosten kann man ihn schon einmal. In einem Highball macht er sicher keine schlechte Figur.

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English Text Version

Hakushu is the second distillery, besides Yamazaki, owned by the Suntory group in Japan. It is the highest distillery in Japan and is located in the middle of a nature reserve and bird sanctuary. Opened in 1973 and expanded and modernised almost 10 years later, Hakushu was for a time the largest distillery in the world. Within the Suntory group, Hakushu is mainly responsible for the production of whisky for the blends Suntory Royal and later Blended Whisky Hibiki. 

In addition, there is a small range of single malt bottlings. Due to the greatly reduced cask stocks, Hakushu also rapidly reduced the production of bottlings with an age statement and concentrated on NAS bottlings. The Distiller's Reserve is now the standard bottle in the range, replacing the 10-year-old and often the 12-year-old in availability.

Suntory and Hakushu do not provide any precise information on age and maturation. Sources on the internet tell us that 10, 12 and even 18-year-old malts were blended here, and smoky malts are also said to have been used. Ex-Bourbon as well as American Virgin Oak casks are used for the maturation. The alcohol strength is 43%, unfortunately the malt is coloured and chill-filtered. In this case, chill-filtration even makes sense, as highballs are very popular in Japan and the whisky does not become cloudy when it comes into contact with ice.

Fotocredit: whiskybase.com


Appearance
Straw gold, coloured. 


Nose
A very fresh, fruity nose. Green grass and fresh hay show up first and foremost. In addition, a whole basket full of fruit can be smelled. In addition to ripe green and red apples, young, still slightly green plums, star fruit and above all a great note of honeydew melon are united in the olfactory composition. Mint leaves flash through again and again when you rub them between your fingers and then smell them. Sweetness is present, but it comes more from the fruit than from honey or sugar. A very harmonious and aromatic nose, without any part of the olfactory spectrum standing out. Typically Japanese, finely constructed and composed. 

Taste
It starts with a velvety, somewhat watery mouthfeel. A subtle sweetness, combined with the fruits already familiar from the nose, such as honeydew melon in particular and now more pear than apple, is underlined by a distinct vanilla note. Then a not too violent spiciness with some ginger spiciness takes over in the mouth. The woody aromas of the oak barrels become more pronounced. It becomes astringent and a slight bitterness comes through. The peppermint also shows up briefly in the taste towards the end.


Finish
The gentle bitterness continues into the finish. A hint of smoke, but it could also be from the oak barrels, is present. Light flavours of vanilla, as well as sweetness and fruity flavours from the skin of apples and pears. Not too long a finish. 


Conclusion
Typical Japanese nose, fine and delicate yet not weak. Lots of fruit included. Very nice. In the taste it remains harmonious. The aromas are present from the nose. However, there is now more spice and more of the wood to taste. In the finish, which is rather short-lived, a very slight smoky note emerges. But it is easy to miss/taste. 

I like these fine, unobtrusive Japanese. The Hakushu is a classic representative of this type of whisky. Do you have to buy it? No. The price is not right at the moment. But you can try it once. It certainly doesn't cut a bad figure in a highball.

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