Mittwoch, 27. März 2024

Royal Brackla 21y

 

Whiskybase

English Text-Version


Nachdem ich bereits den 12jährigen sowie den 18jährigen im Glas hatte, komplettiere ich nun mit der 21 Jahre alten Abfüllung die Core-Range von Royal Brackla. 

Hatten sowohl der 12y, mit einem klassisch modernen Olororo Sherry, sowie der Volljährige mit dem doch eher ungewöhnlichen Palo Cortado Sherry jeweils ein Finish mit einer Sherryausprägung, bekam der Älteste in der Reihe eine finale Reifung gleich in drei verschiedenen Sherry-Varianten. Zusätzlich zu Oloroso und Cortado kam nun auch ein PX-Sherryfass zum Einsatz. Wie lange der Whisky nach seiner Grundreifung in Ex-Bourbonfässern lagerte ist leider nicht bekannt. Royal Brackla hüllt sich diesbezüglich leider in Schweigen.

Die restlichen Eckdaten sind mit einem Alkoholgehalt von 46%, keine Nutzung von Nachfärbung und dem Weglassen von Kühlfiltration für so eine Abfüllung angemessen. Der Preis jedoch, ja der ist vielleicht weniger angemessen. Denn ein durchschnittlicher Verkaufspreis von rund € 220,- ist auch in der heutigen Zeit für einen 21jährigen Single Malt einer nicht wirklich in der ersten Reihe stehenden Brennerei happig. 

Ich bin wirklich gespannt, ob der Malt dies hohen Erwartungen bei diesem Preis erfüllen kann.


Aussehen
Rötliches Bronze


Nase
Im ersten Eindruck sind die Aromen leicht und luftig. Die erste Nase zeigt vor allem eine Oloroso-Sherry Lastigkeit mit einer ersten Süße, die von den typischen Trockenfrüchten begleitet wird. Dies ändert sich jedoch rasch und die Fruchtnote wechselt hinüber zu Aprikosen und einer cremigen Orangenmarmelade. gepaart mit einer leichten Säure. Auch mit mehr Zeit und Wärme im Glas bleiben diese säuerlichen Aspekte bestehen. Eine nicht aufdringliche, aber doch merklich malzige Würzigkeit untermalt die sauren Fruchtanteile im Geruch - warme Haferkekse mit leicht herber Schokoladenglasur. Das kurze Aufflackern der Süße ist nun komplett in den Hintergrund gerückt. Dies stört jedoch in keinster Weise. Mit Fortdauer gesellen sich wieder mehr typische Sherryaromen zum Gesamtbild hinzu. So finden sich Tabak, Leder zusammen mit Pflaumenmus, Bourbon Vanille, Rosinen und leichtes Holz im Geruchsbild wieder. Insgesamt bleiben die Aromen leicht und mild, man hier sucht vergebens nach intensiven, extrovertierten Aromen. Alles ist sanft und im Einklang, durchaus mit einer gewissen Eleganz verknüpft. 


Geschmack
Es startet mit einem leichten, etwas wässrigen Mundgefühl zusammen mit einer sehr dezenten süßen Note, für Honig oder Toffee ist es aber zu herb. Es ist generell wenig von der Fruchtigkeit aus dem Geruch über geblieben. Am ehesten noch gepresster Traubensaft, wo noch ein paar Teile vom Trester mit in den Bottich gefallen sind. Es dominieren vor allem würzige Aromen, angetrieben vom Holz der Eichenfässer. Zimt, Muskat, auch etwas Vanille, ein paar Gewürze und eine gewisse Pfefferschärfe überwiegen im Geschmack. Die Reifezeit von 21 Jahren merkt man. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Bourbon-Fässer nicht ihr bestes Alter bereits überschritten hatten. Eine herbe, leicht muffige Grundcharakteristik schlägt hier durch. 


Abgang
Weiterhin auf der herb, trockenen und würzigen Seite - Schokolade, Tabak, leicht bittere Noten von Walnuss und viel Eichenwürze. Das Finish mit den Holzeinflüssen ist mittel bis lange und gewinnt am Schluss sogar wieder etwas. Komischerweise wird es am Ende wieder mehr aromatisch und die Herbe und Bitterkeit nimmt ab.


Fazit
Ehrlich gesagt, bin ich etwas enttäuscht von diesem 21jährigen. Die Nase gefiel mir durch ihre Kombination aus den fruchtig, säuerlichen Aromen und der Würzigkeit noch recht gut. Hier kann man durchaus eine gewisse Eleganz und gekonnte Vermengung der drei Finishes erkennen.  

Jedoch war es mir am Gaumen zu sehr auf der herb, würzigen Seite. Ja, 21 Jahre Reifung muss einen gewissen Fass- und Holzeinfluss zeigen. Das gefällt mir auch grundsätzlich und möchte ich auch so erleben. Aber hier war es mir einfach etwas too much. Ich habe den Eindruck, dass hier vielleicht nicht die aller besten Fässer im Spiel waren, wieso müsste man sonst auf drei unterschiedliche Fasstypen beim Finish zurückgreifen? Vor allem für den aktuell ausgerufenen Preis von rund € 220,- habe ich mir einfach mehr erwartet.

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English Text-Version


Having already had the 12-year-old and 18-year-old in my glass, I now complete the core range of Royal Brackla with the 21-year-old bottling. 

The oldest in the range has been matured in three different sherries, while the 12-year-old was finished with a classic modern Oloroso sherry and the 18-year-old with the more unusual Palo Cortado sherry. In addition to Oloroso and Cortado, a PX sherry cask was also used. Unfortunately, it is not known how long the finish was after the whisky had been matured in ex-bourbon casks. On this point, Royal Brackla is silent.

The rest of the specifications are appropriate for such a bottling. The alcohol content is 46%, no colouring is used and there is no chill filtration. The price, however, is perhaps less appropriate. For a 21 year old single malt from a distillery that is not exactly at the top of its game, an average retail price of around €220,- is steep, even in these times. 

It will be interesting to see if the malt can live up to the high expectations that come with this price tag.

Fotocredit: Royal Brackla


Appearance
Colour is reddish bronze


Nose
Light and airy aromas are the first impression. The first nose is dominated by the Oloroso sherry, with an initial sweetness that is accompanied by the typical dried fruit. This quickly changes and the fruit flavours give way to apricot and creamy orange marmalade, coupled with light acidity. Even with more time and warmth in the glass, these acidic aspects remain. A non-intrusive but noticeable malty spiciness underpins the tart fruit flavours - warm oat biscuits with a slightly bitter chocolate glaze. The brief burst of sweetness is now completely overshadowed by this. But this is not a distraction. As the palate progresses, more typical sherry flavours return. Tobacco, leather and plum jam, bourbon vanilla, sultanas and light wood are all present. All in all, the flavours remain light and mild. There are no intense, extroverted aromas. With a certain elegance, everything is smooth and harmonious. 


Flavour
It starts with a light, slightly watery mouthfeel. There is a very subtle sweet note, but too tart to be honey or toffee. Overall, there is little left of the fruitiness of the aroma. The closest thing to it is the juice of the pressed grapes, where a few pieces of marc have fallen into the vat. Spicy aromas dominate, driven by the wood of the oak barrels. Cinnamon, nutmeg, a little vanilla, some spices and a certain peppery spiciness dominate. The 21 year old age is very noticeable. However, I'm not sure if the bourbon barrels have seen their best days yet. A tart, slightly musty character comes through. 


Finish
The finish is still on the sour, dry and spicy side - chocolate, tobacco, slightly bitter walnut notes and lots of oak spice. The finish is medium to long, with a woody influence, and it even picks up a little bit towards the end. Curiously, it becomes more aromatic towards the end, with less astringency and bitterness.


Conclusion
To be honest, I'm a little disappointed with this 21-year-old. I still liked it on the nose, with its combination of fruit, acidity and spice. There is a certain elegance. The three finishes are well blended.  

On the palate, however, it was a little too tart and a little too spicy for my taste. Yes, 21 years of ageing must have a certain influence of cask and wood. I like that in principle and would like to experience it that way. But here it was just a bit too much for me. I have the impression that perhaps not the best casks were used here, otherwise why would you use three different types of cask for the finish? Especially for the current price of around €220,-, I simply expected more.

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