Old Pulteney
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Mittwoch, 26. Juni 2024

Old Pulteney 12y

 

Whiskybase

English Text-Version


Ganz so viele Berührungspunkte mit dieser im hohen Norden Schottlands beheimateten Brennerei hatte ich bislang noch nicht. Ich bin bei den wenigen Male aber auch nicht wirklich mit den Abfüllungen 100prozentig warm geworden. Auch beim hochgelobten 17jährigen stellt sich bei mir kein Wow-Effekt ein. Vielleicht auch aus diesem Grund entzog sich Old Pulteney meiner Aufmerksamkeit.

Aber man soll Brennereien mehrmals im Leben eine Chance geben. Darum beginne ich mit ihrer Brot und Butter-Flasche nochmals eine Aufwärmrunde. Der Old Pulteney 12 Jahre reift sein komplettes Fassleben in Ex-Bourbonfässern. Abgefüllt mit 40% Alkohol, gefärbt und kühlgefiltert haben wir es hier mit einer absoluten Einsteiger-Flasche zu tun. Entsprechend moderat ist auch meine Erwartungshaltung. Aber auch diese Standardabfüllungen sind wichtig und richtig. Man kann ja nicht immer fassstark trinken - vor allem nicht bei den sommerlichen Temperaturen.


Aussehen
Helles Gold, kräftiger Weißwein.


Nase
Durchaus sehr ansprechender Beginn mit süßem Getreide, gelben Äpfel, Marillenkompott, saftigen reifen Weinbergpfirsichen und dem Duft einer blühenden Sommerwiese. Eine leichte trockene Brise weht im Hintergrund, salzige Meeresluft am Kieselstrand. Mit diesem maritimen Touch zusammen treten auch würzigere Noten zu Tage; Das Holz der Eichenfässer zeigt sich. Die 40% sind im Geruch absolut ausreichend und transportieren die Aromen gut zur Nase. Insgesamt eine sehr runde und elegante Angelegenheit.


Geschmack
Leicht und recht dünn ist das Mundgefühl. Anfangs dominiert eine angenehme Süße vom Getreide zusammen mit zerdrückter Banane und etwas Staubzucker. Cremige Milchschokolade mit Vanillesauce liegt über der reifen Banane. Eine dezente Schärfe, wie eingelegter Ingwer, zeugt auch im Geschmack vom Holzeinfluss. Was mir leider abgeht sind die aus dem Geruch gekannten schönen hellfruchtigen und maritimen Eindrücke. Im Mund sind vor allem die getreidigen und süßen Aromen im Vordergrund.


Abgang
Das Finale gestaltet sich denkbar kurz. Die Süße und das Vanilleextrakt sind weiterhin vorhanden, auch ein gewisser Fasseinfluss zeigt sich durch eine leicht bittere Kaffeenote und dunkler Schokolade. Aber insgesamt ist der Abgang, sicherlich durch den niedrigen Alkoholgehalt von recht kurzer Dauer.


Fazit
Im Geruch gefällt er mir richtig gut, vor allem aufgrund seiner Fruchtigkeit und seiner Ausgewogenheit. Hier passen die 40% absolut. Dies ändert sich für mich jedoch schlagartig im Geschmack. Hier zeigt sich, dass der niedrige Alkoholgehalt die Aromen nicht mehr so gut transportiert, wie noch in der Nase. Er wirkt etwas wässrig und flach. Leider verschwinden dadurch auch die schöne Fruchtkomponenten aus dem Geschmack und es bleiben nur noch Süße, Malz, Getreide und etwas Fasseinfluss über. Ich finde ihn nicht ganz rund. Das Defizit im Geschmack ist mir für eine rundum positive Bewertung zu hoch. Eventuell hätten ein paar Prozentpunkte mehr an Alkohol hier geholfen. Für Anfänger und Einsteiger ok, für mehr leider nicht.

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English Text-Version


I haven't had too much contact with this distillery, which is based in the far north of Scotland. However, on the few occasions that I have tasted their bottlings, I haven't really warmed up to them 100 per cent. Even the highly praised 17-year-old doesn't have a wow factor for me. Perhaps this is one of the reasons why Old Pulteney has escaped my attention.

But one should give distilleries several chances in life. That's why I start with their Bread and Butter bottle. The Old Pulteney 12 year old has been matured in ex-bourbon casks for its entire cask life. Bottled at 40% abv, coloured and chill-filtered, this is an absolute beginner's bottle. My expectations are accordingly moderate. But even these standard bottlings are important and right. You can't always drink cask strength, especially in summer.

Fotocredit: whiskybase.com


The appearance
Pale gold in colour, strong white wine.


Nose
Very appealing opening with sweet cereals, yellow apples, stewed apricots, juicy ripe peaches and the scent of summer meadows. A light, dry breeze blows in the background, salty sea air on a pebbled beach. This maritime touch is accompanied by spicier notes; the wood of the oak barrels is evident. The 40% is absolutely sufficient on the nose and transports the aromas well to the nose. All in all, a very round and elegant affair.


Palate
The palate is light and quite thin. Initially, a pleasant sweetness from the grain dominates, along with crushed banana and a little icing sugar. Creamy milk chocolate with vanilla sauce sits on top of the ripe banana. A subtle spiciness, like pickled ginger, also testifies to the influence of wood in the flavour. Unfortunately, I missed the nice light fruity and maritime impressions that I knew from the nose. On the palate, the cereal and sweet flavours dominate.


Finish
The finale is very short. The sweetness and vanilla extract are still present, and there is also a certain cask influence in the form of a slightly bitter coffee note and dark chocolate. Overall, the finish is quite short, no doubt due to the low alcohol content.


Conclusion
I really like the nose, especially for its fruitiness and balance. The 40% is absolutely right here. However, this changes abruptly for me on the palate. The low alcohol content does not transport the aromas as well as it did on the nose. It is a little watery and flat. Unfortunately, this also means that the nice fruit components disappear from the palate, leaving only sweetness, malt, grain and some barrel influence. I don't find it very round. It lacks too much flavour for me to be able to give it a fully positive rating. Perhaps a few percentage points more alcohol would have helped. OK for beginners and newcomers, but unfortunately not for anyone else.

Mittwoch, 3. März 2021

Old Pulteney 11y Landscape of Taste (whic)

 

Whiskybase


Beim Stöbern durch meine Samples stieß ich auf diesen unabhängig abgefüllten Old Pulteney mit 11 Jahren. Er genoss eine Nachreifung in einem Sherryfass. In welchem und wie lange konnte ich leider nicht eruieren. Was ich weiß ist, er kam mit 56,5% Alkohol, ungefärbt und nicht kühlfiltriert in die Flasche.


Nase & Aussehen
Der 11jährige präsentiert sich farblich Honiggold, mit einem dünnen Ölfilm am Glasrand. Erstmals ohne Wasser kommt sofort sehr viel Honig und Vanille. Selten so eine intensive Honignote gehabt. Die cremige Honigsüße verbindet sich mit Aromen von reifen gelben Früchten wie Birnen und Äpfel - und auch Marillen sind vorhanden. Danach braucht es eine etwas längere Ruhephase im Glas. Dann wechseln die Früchte die Farbe - sie werden rötlicher. Das Sherryfass in der Nachreifung zeigt sich nun. Die starke Honigsüße nimmt ab, Nüsse und die Eiche werden jetzt deutlicher. Auch eine gewisse Mineralität ist erkennbar.
Mit Wasser wird es dunkelfruchtiger mit Pflaumen und Nüssen. Der Sherryeinfluss wird deutlicher. 


Geschmack
Sehr cremiges Mundgefühl. Die Süße vom Honig zusammen mit den hellen Früchten ist im Geschmack auch sofort präsent. Prickelnd würzig geht es im Mund weiter - fast schon etwas scharf pfeffrig wirkend. Muskatnuss und Ingwer. Mit Wasser wird es runder. Die Süße und die Fruchtaromen vermischen sich mit der leicht pfeffrigen Note zu einem harmonischen Ganzen.


Abgang
Die prickelnden und wärmenden, aber auch die süßfruchtigen Geschmackskomponenten bewegen sich Hand in Hand Richtung Finish. Es wird leicht adstringierend vorne am Zahnfleisch. Die aromatische Eiche ist als Espresso noch länger bemerkbar. Generell eher ein mittellanger Abgang.


Fazit
Die Honignote ganz am Anfang im Geruch war sehr nett. Er benötigt jedoch wirklich viel Zeit und Aufmerksamkeit. Die Sherryreifung ziert sich etwas, bis sie sich zeigt. Die maritimen Noten, wie zb. beim 17jährigen aber auch beim 2006er hatte ich hier jetzt nicht so prägnant. Dafür zeigte er sich im Mund und im Abgang mit einer schönen Eichenfracht und damit ähnlich dem 17y, wobei dieser Old Pulteney doch deutlich mit mehr Frucht und Süße aufwarten kann. Summa summarum ist es ein netter Whisky.

Freitag, 4. September 2020

Old Pulteney 17y

 Old Pulteney 17y

Nase & Aussehen
Der beinahe volljährige Old Pulteney ist nicht kühlgefiltert, scheint jedoch gefärbt zu sein. Zumindest ist es nicht klar auf der Flasche ersichtlich, ob nicht - und was auf der Flasche steht, bzw. nicht steht gilt (laut Ralfy). Die Farbe, sofern natürlich, wäre ein schönes Gold.
Der aller erste Eindruck vom Geruch ist ein sehr schönes sattes und reifes Bourbonfass. Überlagert wird dies von einer gewissen mineralischen Frische, die man mit der, dem Pulteney nachgesagten, maritimen Note durchaus assoziieren kann. Eben auch diese oft zitierte leichte Salzigkeit ist spürbar. Aber gleich dahinter kommen gelbe Südfrüchte wie Mango und Honigmelone und reife Ananas. Das kommt sicher vom Bourbonfass. 
Die Eiche meldet sich nun ebenfalls mit einer schönen, harmonischen Würzigkeit. Nach einiger Zeit im Glas werden auch die Aromen von der Sherryfassreifung klarer. Die Früchte wandeln sich von Südfrüchten hin zu Orangenschale und -saft und Beeren. Auch süßer und malziger wird nun die Nase. 

Geschmack
Der Malt rinnt sehr ölig in den Mundraum. Leichte Süße, wie Karamell und eine eher undefinierbare Frucht ist zu Beginn präsent, die sehr rasch in eine leicht prickelnde, weißpfeffrige Schärfe übergeht - Ingwer nicht unähnlich. Sehr holzwürzig geht es weiter. Alkohol ist überhaupt nicht zu spüren. Aber, kann es sein, diese „maritime Salzigkeit“ ab dem zweiten Schluck ist auch wieder mit von der Partie. Interessant.

Abgang
Im Finish dominieren weiter Ingwer und die lange, lange Eichenfracht. Aber absolut keine Bitterkeit ist wahrzunehmen. Viele Holzaromen dafür. Sehr lange bleibt dieser Eichengeschmack im Mund zurück.

Fazit
Der 17y von Old Pulteney ist ein wahres Chamäleon. Der Malt benötigt wirklich Zeit und Ruhe im Glas. Die Nase ändert sich mit der Zeit von einer satten Bourbonbombe hin zu einer zarten Sherryfrucht. Sehr schön und lecker in der Nase.
Im Mund dann überraschend kaum bis keine Frucht. Dafür eine immens intensive Eiche. Aber die ganze Zeit, bis zum Finish, ist die Eiche harmonisch und würzig. Kaum bis keine Bitterkeit ist zu spüren und zu schmecken. Im Mund ist dahinter jedoch auch immer wieder die Seeluft vorhanden. 
Ich bin zwiegespalten. Die Nase ist wirklich sehr schön, die Kombination der Meeresbriese mit den sofort dominierenden Bourbonnoten ist sehr nett.
Auf der anderen Seite fehlen mit im Geschmack schon auch die Fruchtkomponenten. Da hätte ich gerne mehr von der Nase auch im Mund gehabt. Die Holzaromen sind sehr intensiv ohne überbordend oder bitter zu wirken. Wer elegante Eichensäfte im Geschmack liebt, der muss hier unbedingt zugreifen. Bin mir nicht sicher, ob dies ein Großflaschenkandidat für mich wäre.



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