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Mittwoch, 26. Juni 2024

Old Pulteney 12y

 

Whiskybase

English Text-Version


Ganz so viele Berührungspunkte mit dieser im hohen Norden Schottlands beheimateten Brennerei hatte ich bislang noch nicht. Ich bin bei den wenigen Male aber auch nicht wirklich mit den Abfüllungen 100prozentig warm geworden. Auch beim hochgelobten 17jährigen stellt sich bei mir kein Wow-Effekt ein. Vielleicht auch aus diesem Grund entzog sich Old Pulteney meiner Aufmerksamkeit.

Aber man soll Brennereien mehrmals im Leben eine Chance geben. Darum beginne ich mit ihrer Brot und Butter-Flasche nochmals eine Aufwärmrunde. Der Old Pulteney 12 Jahre reift sein komplettes Fassleben in Ex-Bourbonfässern. Abgefüllt mit 40% Alkohol, gefärbt und kühlgefiltert haben wir es hier mit einer absoluten Einsteiger-Flasche zu tun. Entsprechend moderat ist auch meine Erwartungshaltung. Aber auch diese Standardabfüllungen sind wichtig und richtig. Man kann ja nicht immer fassstark trinken - vor allem nicht bei den sommerlichen Temperaturen.


Aussehen
Helles Gold, kräftiger Weißwein.


Nase
Durchaus sehr ansprechender Beginn mit süßem Getreide, gelben Äpfel, Marillenkompott, saftigen reifen Weinbergpfirsichen und dem Duft einer blühenden Sommerwiese. Eine leichte trockene Brise weht im Hintergrund, salzige Meeresluft am Kieselstrand. Mit diesem maritimen Touch zusammen treten auch würzigere Noten zu Tage; Das Holz der Eichenfässer zeigt sich. Die 40% sind im Geruch absolut ausreichend und transportieren die Aromen gut zur Nase. Insgesamt eine sehr runde und elegante Angelegenheit.


Geschmack
Leicht und recht dünn ist das Mundgefühl. Anfangs dominiert eine angenehme Süße vom Getreide zusammen mit zerdrückter Banane und etwas Staubzucker. Cremige Milchschokolade mit Vanillesauce liegt über der reifen Banane. Eine dezente Schärfe, wie eingelegter Ingwer, zeugt auch im Geschmack vom Holzeinfluss. Was mir leider abgeht sind die aus dem Geruch gekannten schönen hellfruchtigen und maritimen Eindrücke. Im Mund sind vor allem die getreidigen und süßen Aromen im Vordergrund.


Abgang
Das Finale gestaltet sich denkbar kurz. Die Süße und das Vanilleextrakt sind weiterhin vorhanden, auch ein gewisser Fasseinfluss zeigt sich durch eine leicht bittere Kaffeenote und dunkler Schokolade. Aber insgesamt ist der Abgang, sicherlich durch den niedrigen Alkoholgehalt von recht kurzer Dauer.


Fazit
Im Geruch gefällt er mir richtig gut, vor allem aufgrund seiner Fruchtigkeit und seiner Ausgewogenheit. Hier passen die 40% absolut. Dies ändert sich für mich jedoch schlagartig im Geschmack. Hier zeigt sich, dass der niedrige Alkoholgehalt die Aromen nicht mehr so gut transportiert, wie noch in der Nase. Er wirkt etwas wässrig und flach. Leider verschwinden dadurch auch die schöne Fruchtkomponenten aus dem Geschmack und es bleiben nur noch Süße, Malz, Getreide und etwas Fasseinfluss über. Ich finde ihn nicht ganz rund. Das Defizit im Geschmack ist mir für eine rundum positive Bewertung zu hoch. Eventuell hätten ein paar Prozentpunkte mehr an Alkohol hier geholfen. Für Anfänger und Einsteiger ok, für mehr leider nicht.

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English Text-Version


I haven't had too much contact with this distillery, which is based in the far north of Scotland. However, on the few occasions that I have tasted their bottlings, I haven't really warmed up to them 100 per cent. Even the highly praised 17-year-old doesn't have a wow factor for me. Perhaps this is one of the reasons why Old Pulteney has escaped my attention.

But one should give distilleries several chances in life. That's why I start with their Bread and Butter bottle. The Old Pulteney 12 year old has been matured in ex-bourbon casks for its entire cask life. Bottled at 40% abv, coloured and chill-filtered, this is an absolute beginner's bottle. My expectations are accordingly moderate. But even these standard bottlings are important and right. You can't always drink cask strength, especially in summer.

Fotocredit: whiskybase.com


The appearance
Pale gold in colour, strong white wine.


Nose
Very appealing opening with sweet cereals, yellow apples, stewed apricots, juicy ripe peaches and the scent of summer meadows. A light, dry breeze blows in the background, salty sea air on a pebbled beach. This maritime touch is accompanied by spicier notes; the wood of the oak barrels is evident. The 40% is absolutely sufficient on the nose and transports the aromas well to the nose. All in all, a very round and elegant affair.


Palate
The palate is light and quite thin. Initially, a pleasant sweetness from the grain dominates, along with crushed banana and a little icing sugar. Creamy milk chocolate with vanilla sauce sits on top of the ripe banana. A subtle spiciness, like pickled ginger, also testifies to the influence of wood in the flavour. Unfortunately, I missed the nice light fruity and maritime impressions that I knew from the nose. On the palate, the cereal and sweet flavours dominate.


Finish
The finale is very short. The sweetness and vanilla extract are still present, and there is also a certain cask influence in the form of a slightly bitter coffee note and dark chocolate. Overall, the finish is quite short, no doubt due to the low alcohol content.


Conclusion
I really like the nose, especially for its fruitiness and balance. The 40% is absolutely right here. However, this changes abruptly for me on the palate. The low alcohol content does not transport the aromas as well as it did on the nose. It is a little watery and flat. Unfortunately, this also means that the nice fruit components disappear from the palate, leaving only sweetness, malt, grain and some barrel influence. I don't find it very round. It lacks too much flavour for me to be able to give it a fully positive rating. Perhaps a few percentage points more alcohol would have helped. OK for beginners and newcomers, but unfortunately not for anyone else.

Freitag, 4. September 2020

Old Pulteney 17y

 Old Pulteney 17y

Nase & Aussehen
Der beinahe volljährige Old Pulteney ist nicht kühlgefiltert, scheint jedoch gefärbt zu sein. Zumindest ist es nicht klar auf der Flasche ersichtlich, ob nicht - und was auf der Flasche steht, bzw. nicht steht gilt (laut Ralfy). Die Farbe, sofern natürlich, wäre ein schönes Gold.
Der aller erste Eindruck vom Geruch ist ein sehr schönes sattes und reifes Bourbonfass. Überlagert wird dies von einer gewissen mineralischen Frische, die man mit der, dem Pulteney nachgesagten, maritimen Note durchaus assoziieren kann. Eben auch diese oft zitierte leichte Salzigkeit ist spürbar. Aber gleich dahinter kommen gelbe Südfrüchte wie Mango und Honigmelone und reife Ananas. Das kommt sicher vom Bourbonfass. 
Die Eiche meldet sich nun ebenfalls mit einer schönen, harmonischen Würzigkeit. Nach einiger Zeit im Glas werden auch die Aromen von der Sherryfassreifung klarer. Die Früchte wandeln sich von Südfrüchten hin zu Orangenschale und -saft und Beeren. Auch süßer und malziger wird nun die Nase. 

Geschmack
Der Malt rinnt sehr ölig in den Mundraum. Leichte Süße, wie Karamell und eine eher undefinierbare Frucht ist zu Beginn präsent, die sehr rasch in eine leicht prickelnde, weißpfeffrige Schärfe übergeht - Ingwer nicht unähnlich. Sehr holzwürzig geht es weiter. Alkohol ist überhaupt nicht zu spüren. Aber, kann es sein, diese „maritime Salzigkeit“ ab dem zweiten Schluck ist auch wieder mit von der Partie. Interessant.

Abgang
Im Finish dominieren weiter Ingwer und die lange, lange Eichenfracht. Aber absolut keine Bitterkeit ist wahrzunehmen. Viele Holzaromen dafür. Sehr lange bleibt dieser Eichengeschmack im Mund zurück.

Fazit
Der 17y von Old Pulteney ist ein wahres Chamäleon. Der Malt benötigt wirklich Zeit und Ruhe im Glas. Die Nase ändert sich mit der Zeit von einer satten Bourbonbombe hin zu einer zarten Sherryfrucht. Sehr schön und lecker in der Nase.
Im Mund dann überraschend kaum bis keine Frucht. Dafür eine immens intensive Eiche. Aber die ganze Zeit, bis zum Finish, ist die Eiche harmonisch und würzig. Kaum bis keine Bitterkeit ist zu spüren und zu schmecken. Im Mund ist dahinter jedoch auch immer wieder die Seeluft vorhanden. 
Ich bin zwiegespalten. Die Nase ist wirklich sehr schön, die Kombination der Meeresbriese mit den sofort dominierenden Bourbonnoten ist sehr nett.
Auf der anderen Seite fehlen mit im Geschmack schon auch die Fruchtkomponenten. Da hätte ich gerne mehr von der Nase auch im Mund gehabt. Die Holzaromen sind sehr intensiv ohne überbordend oder bitter zu wirken. Wer elegante Eichensäfte im Geschmack liebt, der muss hier unbedingt zugreifen. Bin mir nicht sicher, ob dies ein Großflaschenkandidat für mich wäre.



Mittwoch, 3. März 2021

Old Pulteney 11y Landscape of Taste (whic)

 

Whiskybase


Beim Stöbern durch meine Samples stieß ich auf diesen unabhängig abgefüllten Old Pulteney mit 11 Jahren. Er genoss eine Nachreifung in einem Sherryfass. In welchem und wie lange konnte ich leider nicht eruieren. Was ich weiß ist, er kam mit 56,5% Alkohol, ungefärbt und nicht kühlfiltriert in die Flasche.


Nase & Aussehen
Der 11jährige präsentiert sich farblich Honiggold, mit einem dünnen Ölfilm am Glasrand. Erstmals ohne Wasser kommt sofort sehr viel Honig und Vanille. Selten so eine intensive Honignote gehabt. Die cremige Honigsüße verbindet sich mit Aromen von reifen gelben Früchten wie Birnen und Äpfel - und auch Marillen sind vorhanden. Danach braucht es eine etwas längere Ruhephase im Glas. Dann wechseln die Früchte die Farbe - sie werden rötlicher. Das Sherryfass in der Nachreifung zeigt sich nun. Die starke Honigsüße nimmt ab, Nüsse und die Eiche werden jetzt deutlicher. Auch eine gewisse Mineralität ist erkennbar.
Mit Wasser wird es dunkelfruchtiger mit Pflaumen und Nüssen. Der Sherryeinfluss wird deutlicher. 


Geschmack
Sehr cremiges Mundgefühl. Die Süße vom Honig zusammen mit den hellen Früchten ist im Geschmack auch sofort präsent. Prickelnd würzig geht es im Mund weiter - fast schon etwas scharf pfeffrig wirkend. Muskatnuss und Ingwer. Mit Wasser wird es runder. Die Süße und die Fruchtaromen vermischen sich mit der leicht pfeffrigen Note zu einem harmonischen Ganzen.


Abgang
Die prickelnden und wärmenden, aber auch die süßfruchtigen Geschmackskomponenten bewegen sich Hand in Hand Richtung Finish. Es wird leicht adstringierend vorne am Zahnfleisch. Die aromatische Eiche ist als Espresso noch länger bemerkbar. Generell eher ein mittellanger Abgang.


Fazit
Die Honignote ganz am Anfang im Geruch war sehr nett. Er benötigt jedoch wirklich viel Zeit und Aufmerksamkeit. Die Sherryreifung ziert sich etwas, bis sie sich zeigt. Die maritimen Noten, wie zb. beim 17jährigen aber auch beim 2006er hatte ich hier jetzt nicht so prägnant. Dafür zeigte er sich im Mund und im Abgang mit einer schönen Eichenfracht und damit ähnlich dem 17y, wobei dieser Old Pulteney doch deutlich mit mehr Frucht und Süße aufwarten kann. Summa summarum ist es ein netter Whisky.

Mittwoch, 24. Juli 2024

Benromach 2010 Château Cissac Wood Finish

 

Whiskybase

English Text-Version


Samples aktueller Abfüllungen verdrängen ältere Samples häufig in die Vergessenheit. Diese sammeln sich dann im Archiv, in Boxen und Schachteln und warten, bis man sie hervorholt. Und dies habe ich mir für den Sommer vorgenommen. Ältere Samples, Samples, die ich bereits seit einigen Jahren hier liegen/stehen habe, nun auch wirklich zu kosten. Es gab ja einen Grund, wieso ich sie mir damals besorgt habe! So fanden in den letzten Wochen so interessante Tropfen wie der 20jährige Tobermory von The Maltman, die beiden 12jährigen Old Pulteney und Fettercairn sowie der schwedische Mackmyra Moment Ledin ihren Weg in mein Tastingglas. 

Diese Woche ist es eine Abfüllung der mir sehr sympathischen Speyside Brennerei Benromach. Der Benromach 2010 Château Cissac ist Teil der ehemaligen Wood Finish-Reihe, die nach dem Design-Wechsel der Brennerei im Jahr 2020 nicht mehr weitergeführt wurde. Dieser acht jährige Single Malt reifte den Großteil der Zeit klassisch in Ex-Bourbon-Fässern, bis er für knapp über zwei Jahren für ein Finish in die Fässer des Château Cissac aus dem Bordeaux übersiedelte. Etwas weniger als 7.800 Flaschen wurden mit 45% Alkohol abgefüllt. Bisher hatte ich von Benromach nur reine Ex-Bourbon-Abfüllungen oder eine Mischung aus Ex-Bourbon und Sherry. Ich bin wirklich gespannt, wie bzw. ob das leicht rauchige Destillat mit den Weinfässern harmoniert.


Aussehen
Helles Bernstein


Nase
Eine sehr feine runde Angelegenheit! Es beginnt mit einem leichten, überhaupt nicht aufdringlichen Rauch aus einer Kombination aus Stein- und Holzkohle, der für eine subtile Mineralität sorgt. Der Rauch untermalt auf angenehme Weise die anderen Aromen. Saft von süßen reifen Honigmelonen und Ananasstücke tropft vom Grillrost auf glühende Kohlen. Ein noch warmes mit Vanille angereichertes Bananenbrot liegt zusammen mit ein paar Pfirsichscheiben neben dem Griller auf einem Teller. Der Whisky riecht wie das Dessert nach einem gemütlichen Barbecue. Ein klein wenig ist eine dezent würzige Note vom Eichenholz im Hintergrund zu bemerken. Auch die Jugend zeigt sich am Ende im Geruch nochmals durch ein kurzes Aufflackern einer angenehmen Frische. Der Alkohol ist gut integriert.


Geschmack
Wie in der Nase, ist der Benromach auch im Mund eine runde und cremige Angelegenheit. Sofort setzt der Rauch ein, hier jedoch deutlich präsenter als im Geruch. Er ist nun viel mehr auf der mineralischen Seite, auch etwas maritim mit einer leicht trockenen und salzigen Note. Er harmoniert aber weiterhin sehr schön mit den tropischen süßen Früchten. Anders als in der Nase setzen sich danach die würzigen und herben Aromen durch. Getrocknete Küchenkräuter, die Haut von Walnüssen, dunkle Schokolade und auch ein Mehr an Eichenwürze ist nun zugegen. Aber es bleibt alles ausgewogen und lecker.


Abgang
Der nun mehr trockene Rauch mit ein paar getrockneten Tabakblättern eröffnet das mittel- bis lange Finish. Hinzu gesellen sich noch ein paar Stücke von dunkler Schokolade mit höherem Kakaoanteil und die leicht bitteren Schalen von Weintrauben.


Fazit
Für nur acht Jahre im Fass überzeugt dieser Whisky mit seiner Ausgewogenheit. Die Prozente beim Alkohol wurden gut gewählt. Der Whisky braucht nicht mehr. Das Finish in den Weinfässern hat meiner Meinung nach richtig gut funktioniert. Es bleibt immer genug Raum für den charaktervollen Spirit von Benromach. Diese leichte Rauchnote zusammen mit den tropischen Früchten, vor allem in der Nase, und der rauchig/würzigen Seite im Geschmack gefallen mir sehr. Ein gutes Beispiel das gute Whiskys nicht immer alt sein müssen. 

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English Text-Version


Samples of the latest bottlings often crowd out the older ones into oblivion. These then accumulate in the archive, in boxes and cartons, waiting to be retrieved. And that is what I am planning to do this summer. To really enjoy older samples, samples that I've had lying around for a few years. There was a reason I got them back then! Over the past few weeks I have had some interesting malts such as the 20-year-old Tobermory from The Maltman, the two 12-year-olds Old Pulteney and Fettercairn, and the Swedish Mackmyra Moment Ledin. 

This week it's a bottling from the Speyside distillery Benromach that I really like. The Benromach 2010 Château Cissac is part of the former Wood Finish range, which was discontinued after the distillery's redesign in 2020. This eight-year-old single malt was matured for the majority of its life in classic ex-Bourbon casks before being transferred to Château Cissac casks from Bordeaux for a finish of just over two years. Just under 7,800 bottles were bottled at 45% abv. So far I've only had pure ex-bourbon or a combination of ex-bourbon and sherry from Benromach. I'm very curious to see how the slightly smoky distillate harmonises with the wine casks.

Fotocredit: Benromach


Appearance
Light amber in colour


Nose
A very fine, round affair! It opens with a light, not overpowering smoke, a combination of stonecoal and charcoal, which gives it a subtle minerality. The smoke pleasantly supports the other aromas. Juice from sweet, ripe honeydew melon and pineapple chunks drips from the grill onto the glowing coals. A plate of warm banana bread with vanilla lies next to the grill, along with a few slices of peach. The whisky smells like the dessert after a cosy barbecue. There is a subtle spicy note of oak in the background. The youth is also evident in the finish, with a brief burst of pleasant freshness. The alcohol is well integrated.


Palate
As with the nose, the Benromach is a round and creamy affair in the mouth. The smoke starts immediately, but is much more present than on the nose. It is now much more on the mineral side, also a little maritime with a slightly dry and salty note. However, it continues to harmonise beautifully with the sweet tropical fruit. In contrast to the nose, the palate is dominated by spicy and acidic flavours. Dried herbs, walnut shell, dark chocolate and more oak spice are now present. But it all remains balanced and delicious.


Finish
The smoke, now more dry with some dried tobacco leaves, opens up the medium to long finish. There are also some pieces of dark chocolate with a higher cocoa content and the slightly bitter skins of grapes.


Conclusion
After only eight years in the cask, this whisky impresses with its balance. The alcohol strength is well chosen. The whisky needs no more. The finish in the wine casks worked really well in my opinion. There is always enough space for the characterful spirit of Benromach. I really like this light smoky note together with the tropical fruit, especially in the nose, and the smoky/spicy side in the palate. A good example of how good whiskies don't always have to be old. 

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Halloween Whisky - Distilled at Northern Highlands 14y (ADoS)

 

Whiskybase

English Text-Version

Es ist die Zeit der Geister, Kürbisse und von Süßem oder Saures. Halloween. Und zur netten Tradition geworden, verkoste ich in diesen Tagen immer eine Halloween-Abfüllung. Meist sind es Flaschen vom Brühler Whiskyhaus, die einfach tolle themenspezifische Labels für Halloween und Weihnachten kreieren. Dieses Jahr ist es eine gruselige Hexe mit totenkopfähnlichem Antlitz geworden. In der Flasche verbirgt sich ein Single Malt aus den nördlichen Highlands. Es wird gemunkelt, dass es sich hierbei um einen Old Pulteney handeln soll. 

Der Whisky reifte 14 Jahre lang in Refill-Bourboncaks und bekam außerdem ein Finish in einem Sherry Cask. Insgesamt wurden 287 Flaschen mit 52,3% abgefüllt. 


Aussehen
Dunkle Bronze.


Nase
Ein scharfer und gleichzeitig auch erfrischender Hauch nach Menthol steigt anfänglich aus dem Nosingglas empor - die Halloween Hexe lutscht an einem Eukalyptus-Zuckerl. Hinter der Pfefferminznote kommt eine deutliche Vanillenote zum Vorschein, die ziemlich sicher von den Ex-Bourbonfässern stammt. Sie verblasst nach ein paar Atemzügen etwas und wird durch Aromen von angeröstetem Gewürzholz überlagert - als würde man würzig, herbe Gewürzstäbchen abbrennen. Diese Kombo mit der Vanille ist schon recht interessant. Süßer Honig begleitet gemeinsam mit Zwetschkenmus und Kirschbonbons diese würzigen Aromen.

Nach ein paar Minuten gewinnt die Vanille wieder mehr an Kraft. Aus den Kirschbonbons ist eine süßfruchtige Kirschmarmelade geworden. Auch ein paar Rosinen sind mit von der Partie. Das Sherryfass hat nun vollends die Nase vorne. Dieses ständige Wechselspiel hat seinen Reiz.

Der Alkohol, der zu Beginn ein ziemlich kräftiges Lebenszeichen von sich gibt, bleibt zwar auch weiterhin präsent, verliert mit Fortdauer seine Intensität und verwebt sich wohlwollend mit den anderen Gerüchen und Aromen.

Mit Wasserbeigabe reduziert sich die Alkoholstärke dann deutlich. Es wird fruchtiger. Zu den bereits bekannten Früchten kommen nun auch Orangenschale und -marmelade hinzu.


Geschmack
Wie schon in der Nase, so ist der Beginn im Mund von einer kräftigen Schärfe dominiert - schmeckt, als würde man auf frische Pfefferkörner beißen. Im Gegensatz zum Geruch, wo vorwiegend der Alkohol für den kräftigen Menthol-Kick sorgt, scheint es beim Geschmack vor allem die intensive Würzigkeit vom Holz der Fässer zu sein, die diesen Schärfemoment hervorruft.

Dieser kurze Chilli Catch - ja, er erinnert flüchtig an dieses typische markante Aromenspiel eines Taliskers - wandelt sich jedoch rasch in eine intensive Honig/Karamell-Süße, die vom cremigen Zwetschkenmus begleitet wird. Dahinter kommen die Rosinen und nun auch Tabakblätter und angekohltes Holz zum Vorschein. Im letzten Drittel zeigt sich jedoch eine markante Bitterkeit, die etwas stört.

Ein paar Tropfen Wasser bändigen die Schärfe zu einem angenehmen Prickeln. Er wird richtig süffig, die Süße bleibt länger und auch die Fruchtaromen sind nun länger zu schmecken. Leider reduziert sich mit Verdünnung die bittere Seite nicht wirklich, es scheint sie sogar etwas zu intensivieren. 


Abgang
Sehr wärmend fließt der Malt im Rachen hinab in die Magengegend. Die Vanille mit dem Tabak und den Sherryaromen zeigen sich kurz nochmals. Die bittere Note bleibt bis zum Ende hin vorhanden. Das Finish ist kurz bis mittellang.


Fazit
Trotz der anfänglichen Alkoholspitze gefällt mir die Nase mit ihrem Wechselspiel zwischen den kräftigen würzigen Aromen und der Vanille/Frucht-Seite recht gut. Auch der Geschmack weiß mir zu gefallen. Jedoch nur bis zum letzten Drittel. Die doch recht deutlich aufkeimende Bitterkeit ist mir fast schon zu viel des Guten. Bei diesem Whisky bekommt man nicht Süßes oder Saures sondern eher Süßes und Bitter.

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English Text-Version


It's the time of ghosts, pumpkins and trick-or-treating. Halloween. And it has become a nice tradition that I always taste a Halloween bottling during this time. These are usually bottles from the Brühler Whisky Haus. They do some great themed labels for Halloween and Christmas. This year it's a spooky witch with a skull-like face. The bottle contains a single malt from the Northern Highlands. Rumour has it that it is an Old Pulteney. 

The whisky was matured for 14 years in refill bourbon casks, with a sherry cask finish. A total of 287 bottles were bottled at 52.3%. 

Fotocredit: whiskybase.com

Appearance
Dark bronze in colour.


Nose
A strong but refreshing menthol note rises from the glass - the Halloween witch eating eucalyptus candy. Behind the peppermint, a clear vanilla note appears, almost certainly from the ex-bourbon casks. It fades a little after a few breaths and is overlaid by flavours of toasted spice wood - as if you were burning spicy, tangy spice sticks. The combination with the vanilla is quite interesting. Sweet honey accompanies these spicy flavours, along with plum jam and cherry candy.

After a few minutes, the vanilla regains its strength. The cherry sweets have turned into a sweet and fruity cherry jam. There are also a few sultanas in the mix. The sherry cask is now completely in the lead. This constant interplay has its charm.

The alcohol, which is very present at the start, loses its intensity over time and blends harmoniously with the other aromas and flavours.

With the addition of water, the alcohol strength is significantly reduced. It becomes more fruity. Orange peel and marmalade are now added to the already familiar fruity aromas.


Palate
As with the nose, the palate is dominated by a strong spiciness - like biting into fresh peppercorns. On the palate, it seems to be the intense spiciness of the wood that creates this spicy moment, unlike the nose where it is mainly the alcohol that provides the strong menthol kick.

However, this brief chilli catch - yes, it's fleetingly reminiscent of Talisker's distinctive interplay of flavours - quickly gives way to an intense honey/caramel sweetness, accompanied by creamy plum jam. This is followed by sultanas and now tobacco leaves and charred wood. In the last third, however, there is a distinct bitterness that is a little distracting.

A few drops of water reduce the sharpness to a pleasant tingling. It becomes really drinkable, the sweetness lingers longer and the fruit flavours can now be tasted for longer. Unfortunately, dilution does not really reduce the bitterness, it even seems to intensify it a little. 


Finish
The malt flows very warmly down the throat and into the stomach. The vanilla reappears briefly, along with the tobacco and sherry aromas. The bitter note remains until the end. The finish is short to medium in length.


Conclusion
I really like the nose with its interplay between the strong spicy flavours and the vanilla/fruit side, despite the initial alcohol peak. I also like the palate. But only until the last third. The quite noticeable bitterness is almost too much for me. You don't get trick-or-treating with this whisky, but sweet and bitter.

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