Guyana
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Dienstag, 28. Juli 2026

CDI Guyana 14y Port Finish (Bottled for Denmark) 2007

 

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Aussehen
Mittlerer Bernstein


Nase
Der Rum benötigt zunächst ein paar Momente im Glas, bis sich die ersten Alkoholschwaden verflüchtigt haben. Danach öffnet sich ein wunderbar komplexes Duftbouquet. Dunkle, saftige rote Beeren, fruchtig-säuerliche Kirschmarmelade, Rosinen und dunkle Schokolade verbinden sich mit leicht köchelnder Melasse, süßem Karamell, einer Messerspitze frischer Vanille, gemahlenem Zimt und Muskat sowie geriebener Tonkabohne mit ihrer dezenten Marzipannote. Ein Prise Kokosraspeln rundet das Ganze ab.

Die Aromen strömen mit viel Kraft aus dem Glas. Sie wirken hochkonzentriert, befinden sich dabei aber jederzeit in perfekter Balance. Kein Duft drängt sich in den Vordergrund – vielmehr verschmelzen alle Komponenten zu einem ausgesprochen harmonischen Gesamtbild. Der Alkohol ist selbstverständlich präsent, bleibt jedoch hervorragend eingebunden und lässt sich problemlos wegriechen.

Ein paar Tropfen Wasser tun dem Rum ausgesprochen gut. Vor allem Melasse, Rosinen und Vanille gewinnen dadurch nochmals an Ausdruck und Tiefe. Insgesamt öffnet sich die Nase deutlich und wirkt noch vielschichtiger.


Geschmack
Mit seinen 62,4 % Vol. legt sich der Rum unverdünnt beim ersten Schluck beinahe sirupartig über den gesamten Mundraum und Zunge. Eine intensive Süße eröffnet den Geschmack, bevor sie rasch einer kräftigen Pfefferschärfe und einem deutlichen Prickeln Platz macht. Dazwischen zeigen sich bereits erste Eindrücke von Rosinen, dunklen Beeren, Kakao und Vanille.

Mit zunehmender Verweildauer wird der Rum trockener. Der Alkohol fordert seinen Tribut von Zunge, Wangen und Zahnfleisch, ohne dabei unangenehm zu wirken. Holzwürze mit einer feinen Bitternote bildet gemeinsam mit der Melasse und gerösteten Haselnüssen samt ihrer braunen Haut das Rückgrat des zweiten Teils des Geschmackserlebnisses. Nach der anfänglichen Karamellsüße übernehmen nun Würze und Fasscharakter das Kommando.

Wie schon in der Nase wirken einige Tropfen Wasser auch am Gaumen wie ein Türöffner. Die alkoholische Schärfe tritt deutlich in den Hintergrund, während die Süße, die Portfassnoten und hier vor allem die dunklen Früchte sowie das intensive Melassearoma stärker hervortreten. Der Rum gewinnt dadurch spürbar an Harmonie.

Verdünnt auf etwa hohe 40 bis niedrige 50 % Vol. zeigt er schließlich ein völlig anderes Gesicht. Die Schärfe verschwindet nahezu vollständig und macht einem überraschend weichen, unglaublich süffigen Rum Platz. Trotz der Verdünnung bleiben die Aromen ausgesprochen intensiv und vollmundig erhalten.


Abgang
Das Finale fällt unverdünnt etwas kürzer aus, als man es angesichts der Intensität zuvor erwarten würde. Zunächst dominiert der Holzeinfluss und sorgt gegen Ende für eine leicht herbe, angenehm bittere Note. Rosinen, dunkle Beeren und ein Hauch Kokosnuss halten sich anschließend noch eine ganze Weile am Gaumen und verabschieden den Rum mit einem würzigen Nachhall.


Fazit
Dieser Rum bereitet vom ersten Moment an ausgesprochen viel Freude im Glas. Sowohl in der Nase als auch am Gaumen präsentiert er sich unverdünnt äußerst intensiv, konzentriert und charakterstark. Das Port Finish ist hervorragend gelungen und erweitert den ohnehin kräftigen Guyana-Stil um zusätzliche Fruchtigkeit und Komplexität, ohne den typischen Melassecharakter zu überdecken.

Lediglich beim Abgang würde ich einen kleinen Abstrich machen. Pur dürfte das Finale für meinen Geschmack gerne etwas länger anhalten, zudem übernimmt das Holz gegen Ende eine Spur zu deutlich die Regie und verleiht dem Rum eine leicht herbe Note.

Sollte sich nochmals die Gelegenheit ergeben, eine Flasche zu einem vernünftigen Preis zu ergattern, würde ich ohne zu zögern wieder zugreifen.

Freitag, 25. März 2022

Black Tot Rum 46,2%

 


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Am Black Tot Day, dem 31. July 1970, wurde die letzte Rum Ration auf einem Schiff der britischen Marine ausgegeben. Der 2019 vom unabhängigen Abfüller Elixir Distillers herausgebrachte Black Tot Finest Caribbean Rum ist eine moderne Version der alten dunklen kraftvollen Navy Rums. Der Blend besteht aus Pot und Column Still Rums aus Guyana, Barbados und Jamaika und wird ungesüßt und ungefärbt mit 46,2% abgefüllt.


Aussehen
Helles Bernstein


Nase
Schöne dezente Süße und eine sehr markante Vanille gleich vom Start weg, bei der sich nach ein paar Minuten eine deutliche tropische Fruchtnote dazugesellt. Die Estereindrücke vom Jarmaikaanteil machen sich hier deutlich bemerkbar - helle Früchte wie Mango und Ananas. Dahinter klingen würzige Aromen mit Einschlägen von Kräutern und Gewürzen wie Muskat mit. Der Alkohol ist sehr gut integriert, kein unangenehmes Stechen ist in der Nase zu bemerken.


Geschmack
Ein cremiges Mundgefühl, weich und mit einer sanften Süße beginnt der Blend. Danach folgen Eindrücke von Vanille, Rosinen Zimt und Muskatnuss sowie einer leichten würzigen Schärfe von Pfeffer und Ingwer. Alle Aromen sind harmonisch mit einander im Einklang.


Abgang
Schön wärmend beginnt das Finish und setzt sich mittellang bis lange mit aromatischem Duftholz und leicht bitteren, an Milchkaffee erinnernde, Aromen fort. Dezente Noten von Rosinen und Vanille bleiben noch lange präsent.


Fazit
Sehr schöner Blend aus den drei verschiedenen Rumstilen. In der Nase dominiert vielleicht noch etwas mehr die fruchtbetonte Ester von Jamaika so wird es im Geschmack schon würzig und trotzdem fruchtig süß. Sehr positiv zu beurteilen ist, dass der Blend nicht nachgesüßt ist. Benötigt er auch absolut nicht. Tolles Aromenspektakel zu einem sehr attraktiven Preis.

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On Black Tot Day, 31 July 1970, the last rum ration was issued on a British Navy ship. Released in 2019 by independent bottler Elixir Distillers, Black Tot Finest Caribbean Rum is a modern take on the old dark powerful Navy rums. The blend consists of pot and column still rums from Guyana, Barbados and Jamaica and is bottled unsweetened and uncoloured at 46.2%.


Appearance
Light amber


Nose
Nice subtle sweetness and a very prominent vanilla right from the start, with a distinct tropical fruit note joining in after a few minutes. The ester impressions from the jarmaica portion are clearly noticeable here - bright fruits like mango and pineapple. Behind this, spicy aromas with hints of herbs and spices like nutmeg resonate. The alcohol is very well integrated, no unpleasant stinging is noticeable in the nose.

Taste
A creamy mouthfeel, soft and with a gentle sweetness the blend starts. This is followed by impressions of vanilla, sultana cinnamon and nutmeg as well as a slight spicy heat from pepper and ginger. All flavours are in harmony with each other.


Finish
The finish begins nicely warming and continues medium to long with aromatic scented wood and slightly bitter flavours reminiscent of latte. Subtle notes of sultanas and vanilla remain present for a long time.


Conclusion
Very nice blend of the three different rums. In the nose, the fruity ester from Jamaica perhaps dominates a little more, but the taste is already spicy and still fruity-sweet. A very positive aspect is that the blend is not sweetened. It absolutely does not need it. Great aroma spectacle at a very attractive price.

Dienstag, 11. Mai 2021

Blindtasting No. 4

 


In der Zwischenzeit haben sich bei mir zuhause eine Menge Bildsamples angehäuft, die ich immer wieder von lieben Foren- und Hobbykolleg*Innen geschenkt bekomme. Letztens war die Zeit mich wieder einmal dieser Herausforderung zu widmen. Vorweg, es war sehr spannend und überraschend!


Nase & Aussehen
Direkt beim Samplefläschchen gerochen, so etwas wie ganz leichten speckigen Rauch, dahinter gegrillte Ananas. Hat schon etwas von einer Rumnase - Tresterähnlich. Die Farbe ist ein sattes Gold. Nicht all zuviele Tränen am Glasrand - könnte für einen höheren Alkoholgehalt sprechen.
Im Glas anfänglich so etwas wie Salmiak. Keine mir bekannte Single Malt Geruch. Gras und Heu. Leichtes Stechen vom Alkohol in der Nase - dies vergeht mit der Zeit aber. Mit Ruhezeit kommen die vom Schnüffeln am Samplefläschchen erahnten tropischen Früchte wie Ananas und Mango auch im Glas zum Vorschein. Im Hintergrund glaube ich etwas würziges vom Fass wahrzunehmen - auch wieder etwas leicht rauchiges. 


Geschmack
Cremig, ausfüllendes Mundgefühl. Eine angenehme Süße zu Beginn, die rasch sich zu einer überraschenden Würzigkeit wandelt und dann sogar Ingwer, feurig im Mund wird - spricht für höheren Alkoholgehalt. Jetzt sogar deutlicher Rauchassoziationen. Aber auch Frucht, die tropischen Aromen sind präsent. Mit etwas Wasser wird die Kombination aus Süße/Tropenfrucht/Rauch nochmals homogener, die Würzigkeit reduziert sich.


Abgang
Die Rauchkomponente bekommt Unterstützung von Tabaknoten und, hm hier ist wieder die gegrillte Ananas. Vom Fass, vom Holz ansonsten relativ wenig, eine sehr angenehme Bitternote, die fast zum Kauen darauf einlädt. Etwas trocken werdend vorne beim Zahnfleisch gegen Ende hin. Mittellanger Abgang, wobei die Tabakblätter noch länger den Gaumen schmeicheln.


Fazit
Verwirrt. In der Nase immer wieder Anklänge von einem Rum aus Jamaika. Vielleicht habe ich in letzter Zeit zuviel Rum probiert. :-) wenn es ein Whisky ist, ist es ein Schotte? Ich bin mir nicht sicher. Was kann ich erahnen?! Ich lehne mich mal raus und sage, keine Sherryfassreifung. Wenn dann Bourbon- oder Weißwein. Höherer Alkoholgehalt, so um die 55%. Könnte er rauchig sein oder ist die Eiche vom Fass dominat? Hm, wenn zweiteres, dann würde dies für eine längere Fasslagerung sprechen. Sind wir beim Alter - ich glaube, aufgrund seiner Aromenqualität, er ist älter. 18 Jahre mindestens, wenn nicht älter.
Unabhängig was er ist, er schmeckt mir ausnahmslos sehr gut. Das ist mal fix. Die tropischen Früchte in der Nase und im Geschmack, die mich fortdauernd an Rum erinnern lassen, sind toll! Etwas Wasser verhilft ihm zu mehr Homogenität. 

PS: Irgendwie macht sich bei mir im Kopf ein Caol Ila bemerkbar. Aber dafür würden für mich diese starke tropische Fruchtnote nicht sprechen, da würde ich eher helles Kernobst erwarten. Hm, aber werden die Früchte bei älteren Caol Ilas vielleicht zu tropischen? Bin gespannt!

Auflösung

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In the meantime, I have accumulated a lot of blind samples at home, which I receive again and again as gifts from dear forum and hobby colleagues. Recently I had the time to take on this challenge once again. First of all, it was very exciting and surprising!


Nose & Appearance
Smelled directly from the sample bottle, something like very light bacony smoke, behind it grilled pineapple. Already has something of a rum nose - marc-like. The colour is a rich gold. Not too many tears at the edge of the glass - could speak for a higher alcohol content.
Initially something like a hint of ammonium chloride in the glass. No single malt smell that I know of. Grass and hay. Slight stinging from the alcohol in the nose - but this passes with time. With time to rest, the tropical fruits like pineapple and mango that I had guessed from sniffing the sample bottle also appear in the glass. In the background I think I detect something spicy from the barrel - also something slightly smoky again. 


Taste
Creamy, filling mouthfeel. A pleasant sweetness at the beginning, which quickly turns into a surprising spiciness and then even becomes gingery, fiery in the mouth - speaks for higher alcohol content. Now even clearer smoke associations. But fruit, the tropical aromas are also present. With a little water, the combination of sweetness/tropical fruit/smoke becomes more homogeneous again, the spiciness is reduced.


Finish
The smoke component gets support from tobacco notes and, hm here's the grilled pineapple again. From the cask, relatively little from the wood otherwise, a very pleasant bitter note that almost invites you to chew on it. Getting a little dry at the front of the gums towards the end. Medium-long finish, with the tobacco leaves flattering the palate even longer.


Conclusion
Confused. Hints of a rum from Jamaica on and off on the nose. Maybe I've been tasting too much rum lately. :-) if it is a whisky, is it a Scotch? I'm not sure. What can I guess?! I'll go out on a limb and say no sherry cask ageing. If anything, bourbon or white wine. Higher alcohol content, like 55%. Could it be smoky or is the oak from the cask dominant? Hmm, if the latter, then that would suggest longer cask ageing. Are we on age - I think, based on its aromatic quality, it's older. 18 years at least, if not older.
Regardless of what it is, it invariably tastes very good to me. That's a fix. The tropical fruits on the nose and in the taste, which keep reminding me of rum, are great! A little water helps it to be more homogeneous. 

PS: Somehow a Caol Ila makes itself felt in my head. But for me, this strong tropical fruit note would not speak for that, I would rather expect light pome fruits. Hm, but do the fruits in older Caol Ilas perhaps become tropical? I'm curious!


Solution
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