Tomatin
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Mittwoch, 24. April 2024

Tomatin 14y Port Cask

 

Whiskybase

English Text-Version


Der Tomatin 14y Port Cask ist seit 2014 fixer Bestanteil der Standard-Reihe der Highland-Brennerei. Wir haben hier keine Vollreifung, sondern ein Finish. Leider gibt es von offizieller Seite keine Information, wie lange das Finish dauerte. Bei der Suche im Internet wird man zwar fündig, jedoch gibt es eine deutliche Diskrepanz bei den Angaben. So variiert die Nachreifung zwischen 12 Monaten, 18 Monaten und sogar zwei Jahren. Die Variante mit einem Jahr Finish wurde am häufigsten genannt und klingt plausibel. 

Wie auf der Verpackung und am Flaschenlabel zu lesen, wurden Tawny Portfässer verwendet. Laut der Unternehmens-Homepage sollen bis zu 50 Jahre alte Portweine in diesen Fässern gelagert worden sein. Der Whisky wird mit 46% ohne Kühlfiltration und in natürlicher Farbe abgefüllt. 


Aussehen
Dunkles Gold, helles Bernstein.


Nase
Rund, ausgewogen und zugleich kräftig präsentiert sich der Geruch anfänglich. Das Finish im Portwein bringt vor allem fruchtige Aromen von Erdbeeren, Preiselbeeren und Sauerkirschen, die über eine angenehme Säure verfügen. Weiches Toffee sorgt zugleich für eine wohlwollende Süße in der Nase. Dahinter zeigen sich grüne knackige reife Äpfel, Vanille und Kuchenteig. Dies könnte von der Erstbelegung in den Bourbonfässern herrühren. Der Abschluss wird von Milchschokolade mit erhöhtem Kakaoanteil begleitet. Der Alkohol meldet sich immer wieder zwischendurch mit einer gewissen Frische und einem leichten Prickeln in der Nase. 

Insgesamt ist es eine eher hellfruchtige Nase, die von säuerlichem Beerenobst und süßen Aromen regiert wird. Klassische Portaromen, wie getrocknete Früchte, dunkle Beeren, Leder, Tabak und so weiter sucht man hier vergebens. Dies muss aber auch nicht immer sein und finde ich positiv.


Geschmack
Leichtes und weiches Mundgefühl. Die 46% sorgen für einen durchaus angenehmen Antritt. Überraschend ist die stark dominierende Süße, die vor allem vom Toffee stammt. Und nun entfaltet sich das Portfinish zu seiner vollen Pracht. Viel dunkelfruchtigere und intensivere Port-Aromen im Geschmack als vorher im Geruch. Nun finden sich Rosinen, getrocknete Datteln und Aprikosen, süßcremiges Pflaumenmus und reife rote Trauben mit schöner Restsüße. 

Danach folgt eine moderate pfeffrige Schärfe, die von einer nicht zu starken Würzigkeit der Fässer begleitet wird. Etwas altes Leder, dunkle Schokolade und ein paar getrocknete Tabakblätter finden sich ebenfalls geschmacklich wieder.


Abgang
Am Ende gewinnen immer mehr leicht bittere, tanninhaltige und zugleich trockene Aromen der Eiche. Die Frucht der Trauben nimmt immer mehr ab, zugleich auch die intensive Süße aus dem Geschmack. Das Finish ist von mittlerer Lebenszeit.


Fazit
Nicht allzuviel erwartet und positiv überrascht worden. Die Kombination aus anfänglich fruchtig säuerlichen Aromen in der Nase zu dieser schönen Süße mit den dann doch volleren Aromen vom Portwein bis hin zum nicht allzu herb, trockenen Finish gefällt mir durchaus. Ein nicht kompliziertes, filigranes aber sehr gefälliges Geschmacksprofil, dass Spaß macht. 

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English Text-Version


Tomatin 14y Port Cask has been part of the Highland distillery's standard range since 2014. This is not a full maturation, but a finish. Unfortunately, there is no official information on how long the finish took. Searching the internet will give you some information, but the details seem to vary. The length of the aging process varies from 12 months to 18 months and even up to two years. The one most often mentioned is the one with a one-year finish, which sounds plausible. 

As you can read on the packaging and on the label of the bottle, the casks used are tawny port casks. Up to 50 years old port is said to have been used in these casks, according to the company's website. The whisky is bottled at 46% without chill-filtration and in its natural colour. 

Fotocredit: Tomatin


Appearance
Dark golden in colour with a light amber tinge.


Nose
The first nose is round, well-balanced and powerful at the same time. The finish of the port brings out the fruity aromas of strawberries, cranberries and morello cherries with a pleasant acidity. Soft toffee also provides a benevolent sweetness on the nose. This is followed by notes of green, crisp, ripe apples, vanilla and cake dough. The first maturation in bourbon casks could be responsible for this. The finish is accompanied by milk chocolate with an increased cocoa content. There is some freshness and a slight tingling on the nose, with the alcohol coming through from time to time. 

All in all, the nose is rather light and fruity, with sour berries and sweet flavours dominating. Classic port aromas of dried fruit, dark berries, leather, tobacco etc. are not present. But that's not always the case and I like that.


Taste
The mouthfeel is light and soft. The 46% ABV makes for a very pleasant to drink to start with. The sweetness, which is very dominant and comes mainly from the toffee, is a surprise. And now the port wine finish reveals itself in all its beauty. On the palate, the port flavours are much darker and more intense than on the nose. Now there are sultanas, dried dates and apricots, sweet creamy plum jam and ripe red grapes with a lovely residual sweetness. 

This is followed by a moderate pepperiness, accompanied by a not too strong spiciness from the casks. On the palate you can also find some old leather, dark chocolate and some dried tobacco leaves.


Finish
In the finish, the slightly bitter, tannic and simultaneously dry flavours of the oak come more and more to the fore. The fruit of the grape fades away. The intense sweetness of the aroma also fades away. The finish is of a medium length.


Conclusion
I was pleasantly surprised, as I didn't expect too much. I really like the combination of the initial fruity, tart aromas on the nose and that lovely sweetness with the fuller port flavours through to the not-too-dry finish. This is an uncomplicated, delicate, but very pleasant flavour profile that is a pleasure to drink. 

Mittwoch, 13. September 2023

Tomatin 15y American Oak

 

Whiskybase

English Text-Version


2016 brachte Tomatin im Rahmen ihres Travel Retail Exclusive Programm den Tomatin 15y American Oak auf den Markt. Trotz exklusiver Vertriebssparte war diese Flasche, wie die meisten Abfüllungen die irgendwann nur für den Travel Retail Markt gedacht waren, auch im normalen stationären und Online-Handel erhältlich.

Dieser Whisky reifte fünfzehn Jahre in Ex-Bourbon Fässern aus Nordamerikanischer Eiche. Abgefüllt wurde mit 46%. Leider gibt es keine Informationen auf der Flasche, der Verpackung oder im Internet dazu zu finden, ob gefärbt und kühlgefiltert wurde, daher gehe ich zumindest von einer künstlichen Farbgebung aus.


Aussehen
Gelbgold.


Nase
Eine feine aromatische Nase einer klassischen Bourbonfassreifung. Es beginnt mit saftigen reifen gelben und grünen Äpfeln, knackigen Nashi Birnen, säuerlichen Stachelbeeren und sizilianischen Zitronen. Hinter dem Obstkorb wird es malzig und cremig, warmes helles Kuchengebäck mit viel Bourbon Vanille und Butter sowie einem Löffel hellem Blütenhonig. Mit der Zeit bekommen die Fruchtaromen Verstärkung durch den Saft von hellen Trauben, die zusätzlich eine säuerliche Note mitbringen. Der Kuchen bekommt eine Glasur aus Milchschokolade mit leicht gerösteten Haselnüssen. Man merkt die 15 Jahre Reifung, die Nase ist nicht jung und prickelnd sondern hat bereits eine gewisse Schwere ohne an Frische verloren zu haben. Der Alkohol ist super eingebunden, kein Stechen oder ähnliches stört den Genuss.


Geschmack
Ein cremiger, butterweicher Beginn. Eine angenehme Süße, mehr in Richtung Staubzucker als Honig, füllt anfänglich den Mundraum komplett aus. Wieder dieser helle Kuchen mit viel Vanille im Teig. Dazu warmes Apfel- und Birnenkompott. Danach setzt eine mittelstarke Würzigkeit mit einer Spur von Muskat und Nelken ein, unterstützt durch etwas weißem Pfeffer. Die Süße und die Gebäckassoziationen bleiben jedoch weiterhin im Hintergrund präsent. Die 46% sind im Mund mehr als in der Nase zu spüren, sind aber immer noch sehr gut integriert. Überhaupt gestaltet sich der Geschmack sehr ausgewogen und fein.


Abgang
Weiterhin deutliche Vanille und süßes cremiges Karamell. Auch die Fruchtaromen sind immer noch da. Eine ganz leichte Minznote zuckt hervor. Es wird etwas adstringierend vorne und seitlich im Mundraum. Der Holzeinfluss der Fässer zeigt sich nun etwas durch mehr Bitterstoffe. Aber es übersteigt eine mitteldunkle Schokolade oder einen kleinen Cortado kaum. Ein mittellanges Finish.


Fazit
Die Kombination Tomatin und Reifung im Bourbonfass funktioniert sehr gut, wie ich bereits beim 21y bemerkt habe. Die Nase ist fein und die Aromen vom Fass kommen deutlich zu Tage. Fruchtig mit viel Vanille. Im Geschmack erkennt man die 15 Jahre deutlicher. Die Würzigkeit ab der Mitte ist gut, denn sie harmoniert gut mit den weichen cremig süßen Aromen. Mir gefällt diese Abfüllung. 

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English Text-Version


In 2016, Tomatin launched the Tomatin 15y American Oak as part of their Travel Retail Exclusive programme. Despite exclusive distribution, this bottle, like most bottlings that were at some point only intended for the travel retail market, was also available in the normal stationary and online trade.

This whisky was matured for fifteen years in ex-bourbon casks made of North American oak. It was bottled at 46%. Unfortunately, there is no information on the bottle, the packaging or on the internet about whether it was coloured and chill-filtered, so I assume at least that it was coloured.



Appearance
Yellow gold.


Nose
A fine aromatic nose of a classic bourbon cask maturation. It starts with juicy ripe yellow and green apples, crisp nashi pears, sour gooseberries and Sicilian lemons. Beyond the fruit basket, it becomes malty and creamy, warm light cake pastry with lots of bourbon vanilla and butter and a spoonful of light floral honey. Over time, the fruit flavours get a boost from the juice of pale grapes, which bring an additional sour note. The cake gets a milk chocolate glaze with lightly roasted hazelnuts. You notice the 15 years of ageing, the nose is not young and sparkling but already has a certain richness without having lost freshness. The alcohol is well integrated, no stinging or anything like that disturbs the enjoyment.


Taste
A creamy, buttery start. A pleasant sweetness, more in the direction of powdered sugar than honey, initially fills the mouth completely. Again this cake with lots of vanilla in the dough. This is joined by warm apple and pear compote. Then a medium spiciness sets in with a hint of nutmeg and cloves, supported by some white pepper. However, the sweetness and pastry associations remain present in the background. The 46% is more noticeable in the mouth than in the nose, but is still very well integrated. In general, the taste is very balanced and fine.


Finish
Still clear vanilla and sweet creamy caramel. The fruit flavours are also still to be found. A very subtle note of mint twitches out. It gets a little astringent front and side of the mouth. The wood influence of the barrels now shows up a little with more bitterness. But it hardly exceeds a medium dark chocolate or a small cortado. A medium-long finish.


Conclusion
The combination of Tomatin and maturation in bourbon casks works very well, as I already noticed with the 21y. The nose is fine and the aromas from the cask come through clearly. Fruity with lots of vanilla. In the taste, you can recognise the 15 years more clearly. The spiciness from the middle is good, as it harmonises well with the soft creamy sweet flavours. I like this bottling.

Mittwoch, 20. April 2022

Tomatin 18y

 

Whiskybase

English Version

Die 1897 in den Highlands gegründete Tomatin Brennerei war einst die größte Distillery Schottlands und arbeitete bis zu Beginn der 2000er Jahre ausschließlich für die Blend-Industrie. Die japanischen Eigentümer erkannten, dass die Zeit für Single Malts gekommen waren und schwenkten die Produktion von Tomatin (übrigends wird Tomatin ohne dem "i" ausgesprochen, wie "Tomatn") in diese Richtung. Nun nennt die Brennerei eine umfangreiche Core- und Sonder-Reihen ihr Eigen. 

In der Core-Range findet man auch den 18jährigen, von dem ich mir bereits vor einiger Zeit ein Sample sichern konnte. Diese Abfüllung reift 15 Jahre in Ex-Bourbon-Fässern und darf die letzten 3 Jahre in First-Fill Oloroso Sherry Casks verweilen. Wie bei Tomatin üblich kommt der Whisky ungefärbt und ohne Kühlfiltration mit 46%iger Alkoholstärke in die Flasche.


Ausehen
Bernstein.


Nase
Ein Schmeichler, unaufdringlich zu Beginn, ist er fast schon ein wenig verhalten. Zuerst Anklänge von Bananenkuchen mit gerösteten Haselnüssen und Fudge. Dann wechselt es in Richtung klassische Sherrynase mit süßsäuerlichen roten Beeren, Rosinen mit etwas Lederpolitur und getrockneten Tabakblättern. Hinzu gesellen sich aromatische ätherische Öle von Orangenzesten, wenn man sie zusammendrückt, und etwas Vanille. Die Nase wird mit mehr Standzeit und Handwärme immer intensiver, eine Würzigkeit, vom Eichenholz wahrscheinlich herrührend, wird prägnanter. Trotzdem bleiben die einzelnen Geruchskomponenten in der Balance. Der Alkohol ist überhaupt nicht zu spüren, kein Stechen oder ähnliches.


Geschmack
Ein unglaublich weiches, samtiges Mundgefühl. Es beginnt sofort mit einer intensiven Rosinenfracht, gepaart mit süßem Kuchenteig - ein warmer Rosinenkuchen. Die Früchte aus der Nase sind auch zu schmecken. Rote säuerliche Beeren wie Himbeeren, Brombeeren und ein paar vereinzelte Ribiseln, und Orangenmarmelade. Raspeln von dunkler Schokolade und Nüsse. Ab der Mitte kommt etwas Ingwerschärfe sowie Gewürze wie Zimt und Muskatnuss hinzu. Etwas Pfeifentabakaroma ist im Hintergrund ebenfalls vorhanden. Der Alkohol spielt hier eine untergeordnete Rolle, ist nie im Vordergrund, begleitet die Aromen.


Abgang
Im Finish ist weiterhin viel dunkle Schokolade und die gerösteten Haselnüsse am Start. Zusätzlich zeigen sich Tabak- und Ledernoten. Auch die Rosinen sind immer noch mit von der Partie. Gegen Ende wird es leicht trocken. Insgesamt ist der Abgang mittel bis lang.


Fazit
Er benötigt ein wenig Zeit zur Entfaltung. Dann glänzt er mit einer sehr harmonischen Nase mit schönen Frucht- und würzig aromatischen -Komponenten. Der süße Rosinenkuchen im Geschmack ist eine Wucht. Die herbwürzigen Aromen sind auch hier ein schöner Ausgleich. Ein wirklich schönes Beispiel, dass auch in den Standard-Ranges der sogenannten zweiten Reihe der Brennereien in Schottland tolle PLV-Perlen versteckt sind. Man muss nur danach suchen und ihnen eine Chance geben.

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English Version

Founded in the Highlands in 1897, Tomatin Distillery was once the largest distillery in Scotland and worked exclusively for the blend industry until the early 2000s. The Japanese owners realised that the time had come for single malts and swung Tomatin's production (by the way, Tomatin is pronounced without the "i", like "Tomatn") in that direction. Now the distillery has an extensive core and special range. 

The core range also includes the 18-year-old, of which I was able to get a sample some time ago. This bottling matures for 15 years in ex-bourbon casks and may spend the last 3 years in first-fill Oloroso sherry casks. As usual with Tomatin, the whisky is bottled uncoloured and without chill filtration at 46% alcohol strength.

Fotocredit: Tomatin

Appearance
Amber.


Nose
A flatterer, unobtrusive at the start, it is almost a little restrained. At first hints of banana cake with toasted hazelnuts and fudge. Then it switches to a classic sherry nose with sweet and sour red berries, sultanas with some leather polish and dried tobacco leaves. This is joined by aromatic essential oils of orange zest when squeezed and some vanilla. The nose becomes more intense with more standing time and hand warmth, a spiciness, probably coming from the oak, becomes more concise. Nevertheless, the individual olfactory components remain in balance. The alcohol is not noticeable at all, no stinging or anything like that.


Taste
An incredibly soft, velvety mouthfeel. It starts immediately with an intense sultana freight, paired with sweet cake batter - a warm sultana cake. The fruit from the nose can also be tasted. Red tart berries like raspberries, blackberries and a few scattered currants, and orange marmalade. Grated dark chocolate and nuts. From the middle on, some ginger spiciness and spices like cinnamon and nutmeg. Some pipe tobacco aroma is also present in the background. The alcohol plays a subordinate role here, is never in the foreground, accompanies the flavours.


Finish
The finish continues to be full of dark chocolate and roasted hazelnuts. In addition, tobacco and leather notes show up. The sultanas are still in the mix, too. Towards the end it becomes slightly dry. Overall, the finish is medium to long.


Conclusion
It needs a little time to develop. Then it shines with a very harmonious nose with beautiful fruit and spicy aromatic components. The sweet sultana cake in the taste is a hit. The tangy aromas are also a nice balance here. A really nice example that even in the standard ranks of the so-called second tier distilleries in Scotland there are great PLV gems hidden away. You just have to look for them and give them a chance.

Donnerstag, 4. Februar 2021

Tomatin 21y

 


Whiskybase

Mit dem 21jährigen hat die in den schottischen Highlands situierte Tomatin Brennerei 2020 ihre Travel Retail Range erweitert. Wahrscheinlich CoVID geschuldet, ist der Malt relativ rasch auch im normalen Whisky-Handel verfügbar geworden. Ungefärbt und ungefiltert reifte der Whisky seine gesamte Zeit in ehemaligen Bourbonfässern und wird mit 46% Alkoholstärke abgefüllt.

Nase & Aussehen
Wie bei der Fassauswahl mit 1st-fill Bourbonfässern zu erwarten, zeigt sich der Tomatin mit einem appetitlichen Gelb und zahlreichen Schlieren im Glas. Erster Eindruck - sehr schöne weiche klassische Bourbonfass Nase. Süße tropische Fruchtnase, ganz deutlich Ananas. Ananaskuchen mit Vanillesauce. Mit ein paar Minuten Ruhe tauchen auch die typischen saftigen, grünen Äpfel auf. Im Hintergrund kreisen die ganze Zeit sanfte florale Noten umher. Auch eine gewisse Würzigkeit von der Eiche ist zu bemerken. Insgesamt aber sehr harmonisch und ausbalanciert. Je länger der Malt im Glas verweilt um so schöner wird die Nase, die Aromen wachsen und heben sich von einander ab.


Geschmack
Sehr cremiges, sahniges Mundgefühl. Sofort eine sehr schöne Süße, kombiniert mit der auch schon in der Nase vorhandenen Ananaskuchen-Note. Danach folgt eine leichte Schärfe, die an weißen Pfeffer erinnert, und sich mit den süßfruchtigen Aromen kombiniert. Beim zweiten Schluck gesellt sich noch eine ordentliche Menge an Vanille zum Geschmacksmix hinzu. 


Abgang
Der weiße Pfeffer und die süße Ananas begleitet einen auch beim Finish. Erst später wird dies durch eine dezente bittere Geschmacksnuance ergänzt. Etwas trocken - leicht adstringierend- wird es im Mundraum. Alles im allen ist der Abgang eher mittel(kurz)lang.


Fazit
Mhm. Der ist ein sehr schöner im Bourbonfass gereifter Whisky. Die Kombination aus Ananaskuchen, Honigsüße, Vanille und dem weißen Pfeffer im Geschmack bis zum Abgang gefallen mir sehr gut. Ich hatte bisher nur den Legacy als Original Abfüllung im Glas und war daher etwas skeptisch. Jedoch hat mich dieser 21y wieder deutlich mehr neugierig auf die anderen Abfüllungen von Tomatin gemacht. Aktuell liegt der Preis für den Whisky zwischen € 107,- und € 165,-. Von mir eine Kaufempfehlung, wenn man ihn für die untere Range des Preissegments bekommen kann.

Dienstag, 19. November 2019

Blindtasting No. 1



Nase & Aussehen
Mein erstes Blind Sample. Mal sehen, was ich alles rausschnuppere und schmecke und wie viel daneben ich liegen werde.
Die Farbe ist ein schönes, sattes, dunkles Bernstein. Die Nase bestätigt meine erste Vermutung, die ich aus der Farbe zog, dass ich es hier mit einem Sherrywhisky zu tun haben muss. Gleich vorweg deutliche Sherrynuancen wie dunkle Früchte, nicht zu süße Rosinen. Karamell und Vanille. Kein Rauch. Alkohol ist schön eingebunden, kein Stechen oder Menthol in der Nase. Also rein mit diesen Parametern würde ich nicht auf mehr als 46% Alkohol tippen.
Mit ein drei Tropfen Wasser tritt der intensive Sherryeinfluss ein wenig in den Hintergrund. Jetzt wird es orangefruchtiger im Vordergrund. Dann kommen Pflaumen

Geschmack
Gleich megasüß im Mund. Rosinen und dann würzig, spritzelig im Mund. Kräftiger Antritt. Sehr wärmend rinnt der Malt vom Mundraum in den Magen. Vorne bei den Zähnen und die Innenseite vom Mund werden deutlich trockener, Speichelfluss setzt ein. Doch mehr als 46%? Hm. interessant. Mit Wasser reduziert sich die Süße, die Würzigkeit und das Brennen im Mundraum nimmt auch ab.

Abgang
Die Eiche ist vorhanden, aber nicht sehr stark vertreten. Dezente Kaffeenote. Eher ein kleiner Braune mit einem Tröpfchen Milch. Am Ende bleiben noch ein wenig die Rosinen am Gaumen kleben.

Fazit
Soooo viele Malts hatte ich noch nicht im Glas. Aber Sherryfinish schmeckt mir sehr und durch mein Daily Sherry Dram Project hatte ich doch einige im Glas. Bei der Nase hätte ich in Richtung Edradour 10 SV oder dem Bunnahabhain 12 gedacht. Schöne Sherrymalts, die nicht zu alt sind und nicht zu sehr mit Sherry zugedröhnt sind. Aber beim Geschmack und Mundgefühl bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, der Antritt war sehr kräftig, vielleicht doch über 50% Alkohol? Mit ein wenig Wasser bin ich mir sicher, dass der Tropfen hier im Glas sicher mehr als 50% hat.
Also ich vermute mal, es ist ein höher prozentiger 51%-56% iger Sherrymalt. Vielleicht was von Edradour oder was von Bunna? Gäbe es da was höher prozentiges? Irgendwie hat mich die Nase an den Bunna 12 erinnert.

Auflösung

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