Whiskybase
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Eine Kehlkopfentzündung ist fürs Whiskytrinken eher suboptimal, wie ich in den letzten zwei Wochen am eigenen Leib – und vor allem am eigenen Kehlkopf – erfahren musste. Entsprechend war es mir auch nicht möglich, das wöchentliche Tasting für meinen Blogartikel abzuhalten. Glücklicherweise habe ich mir über die Jahre angewöhnt, stets ein oder zwei Verkostungsnotizen in Reserve zu haben, um für genau solche Fälle gewappnet zu sein.
Diesen neunjährigen Linkwood aus dem Jahr 2012, die vierte Abfüllung aus der Spirits of the Forest-Serie von whic.de, habe ich tatsächlich bereits im Mai des vergangenen Jahres an einem warmen Sonntagnachmittag verkostet und meine Eindrücke festgehalten. Daher auch die blühenden Blumen auf dem Foto – aktuell verwandelt sich der Garten draußen eher in eine Landschaft aus Eisskulpturen. Zudem passt dieser Whisky aus meiner Sicht deutlich besser in Frühling oder Sommer als zu den derzeit eisigen Temperaturen.
Das verwendete Hogshead wurde vor der Befüllung mit dem Linkwood-Newmake frisch ausgeschabt und anschließend erneut ausgebrannt. Dieses Verfahren wird als Dechar/Rechar bezeichnet. Nach der vollständigen Reifung in diesem Fass wurden im Jahr 2022 insgesamt 383 Flaschen mit 47 % Alkohol abgefüllt.
Nase
Eine zarte Rauchnote verbindet sich mit einer Duftkomposition aus Malz, Getreide, einer leicht bäuerlichen Note und Zitrusfrüchten. Dazu gesellen sich Heidekraut und eine feine Honigsüße. Mit zunehmender Zeit im Glas wandeln sich die Fruchtaromen von Zitrusfrüchten hin zu reifer Birne und weicher Zuckermelone. Der Heidekrautanteil nimmt zu, Vanille kommt hinzu. Der Alkohol, der zu Beginn leicht in der Nase sticht, tritt deutlich in den Hintergrund. Die leicht „schmutzige“ Bauernhof-Attitüde bleibt präsent und verleiht der Nase zusätzliche Tiefe und Charakter.
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| Fotocredit: whiskybase.com |
Geschmack
Weiches, cremiges Mundgefühl. Der Antritt ist überraschend süß mit Waldhonig sowie warmem Birnenkompott, begleitet von Vanille- und Zitronencreme. Erneut zeigen sich leichte Raucharomen, nun kombiniert mit angeräucherten und getrockneten Kräutern. Der Holzeinfluss ist im Mund präsenter als in der Nase und äußert sich vor allem durch eine leicht bittere Kakaonote sowie eine gewisse Trockenheit im Mundraum. Eine feine Würzigkeit mit rotem Pfeffer sorgt für einen sanften Hauch von Schärfe. Der Alkohol ist dabei gut eingebunden.
Abgang
Weiterhin fruchtig und honigsüß, mit dunkler Schokolade, die für leicht bittere Akzente sorgt. Die rauchigen Röstaromen bleiben länger präsent im Rachen und Mundraum.
Fazit
Trotz seines jungen Alters ist dieser Linkwood ein sehr passabler Begleiter. Die leichte Rauchnote – vermutlich dem nachbehandelten Fass geschuldet – sowie die dezent „schmutzige“ Note, vor allem in der Nase, sorgen für ein spannendes und eigenständiges Aromenspiel. Das macht durchaus Spaß.














