Glenmorangie
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Mittwoch, 7. Juli 2021

Glenmorangie 19y



 Whiskybase

Der 10jährige "The Original" von Glenmorangie war einer der ersten Single Malts, die ich zu Beginn meiner Whiskyreise erstand. Umgehauen hat er mich damals wie heute nicht und eine weitere Flasche wird wohl nicht so bald in meinem Archiv landen. Dennoch ist der 10jährige die perfekte Basis um den Grundcharakter der Whiskies von Glenmorangie zu entdecken. Die besondere harmonische Mischung aus Vanille, Malzsüße und Kuchenteig-Geruch und -Geschmack, zusammen mit einer hellfruchtigen Komponente, erkenne ich bei sehr vielen Abfüllungen aus dieser Highland-Brennerei mit ihren sehr hohen Brennblasen oft wieder.
Darum war ich neugierig, ob ich dies auch bei diesem 19jährigen Vertreter, der ursprünglich für den Travel Retail gedacht war, finden würde.


Nase & Aussehen
Die Farbe ist ein helles Gold. Wirklich sehr viele ölige Schlieren, Legs zeigen sich am Glasrand und machen Appetit auf das Verriechen. Ja. Klassische Glenmorangie Nase. Viel Vanille, heller süßer Kuchenteig, der noch warm aus dem Backofen kommt. Die Verwandtschaft mit dem 10y The Original ist nicht zu verleugnen. Helle saftige reife Früchte - ein wahres Potpourri davon - wie Marillen, Pfirsich, grüne und gelbe Äpfel. Auch Aromen von Zucker- und Honigmelonen blitzen immer wieder deutlich hervor. Alles ist sehr harmonisch und gediegen. Die 43% Alkoholgehalt sind überhaupt nicht zu spüren, der Alkohol ist sehr gut eingebunden.

Fotocredit: whiskybase.com



Geschmack
Vollmundiges, cremiges Mundgefühl. Was man in der Nase hatte, setzt sich nahtlos im Mund weiter. Er beginnt mit einer deutlichen karamellig süßen Vanillenote die tatkräftige Unterstützung der hellen Früchte bekommt. Etwas prickelnde Würze wie Ingwer und roter Pfeffer von den Fässern sowie Anklänge von Milchschokolade machen sich gegen Ende, Richtung Abgang bemerkbar. Es ist aber mehr ein angenehmer Kontrapunkt zur bisherigen Fruchtsüße und sorgt dadurch für einen geschmacklichen Ausgleich.


Abgang
Zum Finish hin werden die würzigen und leicht bitteren Geschmackskomponenten stärker. Die Milchschokolade aus dem Mund bekommt etwas mehr Kakaogehalt und wandelt sich zur dunklen Schokolade oder auch zum kleinen Espresso mit einem Hauch von Sahne (in Wien nennt man dies einen Einspänner, wenn die Sahne, das Schlagobers, steif geschlagen ist). Die Vanille ist ebenso, wie die Früchte weiterhin präsent. Der Abgang ist mittellang.


Fazit
Also das Glenmorangie Destilat und Bourbon- oder amerikanische Eichenfässer vertragen sich sehr gut. Hat mir schon der 18y Extreme Rare nicht schlecht gefallen, legt dieser nochmals eine Schippe drauf. Vor allem hinsichtlich dem Fruchtkorb in der Nase, der Ausgewogenheit und dem harmonischen Geschmack. Ein wirklich gut gemachter Bourbonfass gereifter Highlander. Ein perfekter Begleiter für einen warmen Sommerabend. Wenn er etwas günstiger als der aktuelle Preis von durchschnittlich € 120,- wäre - sagen wir mal um 20% - dann wäre er ein absoluter Kaufkandidat. 

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The 10-year-old "The Original" from Glenmorangie was one of the first single malts that I bought at the beginning of my whiskey journey. He has not blown me then as now and another bottle will probably not land so soon in my archive. Nevertheless, the 10-year-old is the perfect base to discover the basic character of the whiskies of Glenmorangie. The special harmonious blend of vanilla, malt sweetness and cake batter smell and taste, along with a light fruity component, I often recognize in very many bottlings from this Highland distillery with its very tall stills.
That's why I was curious to see if I would also find this in this 19 year old representative, originally intended for travel retail.


Nose & Appearance
The color is a light gold. Really a lot of oily streaks, lees showing at the edge of the glass and whetting the appetite for locking. Yes. Classic Glenmorangie nose. Lots of vanilla, bright sweet cake batter still warm from the oven. The kinship with the 10y The Original is undeniable. Bright juicy ripe fruits - a veritable potpourri of them - like apricots, peaches, green and yellow apples. Aromas of sugar melon and honeydew melon also flash clearly again and again. Everything is very harmonious and dignified. The 43% alcohol content is not felt at all, the alcohol is very well integrated.


Taste
Full-bodied, creamy mouthfeel. What you had in the nose continues seamlessly in the mouth. It starts with a distinct caramel sweet vanilla note that gets energetic support from the bright fruit. Some tingly spice like ginger and red pepper from the barrels as well as hints of milk chocolate make themselves known towards the end, towards the finish. However, it is more of a pleasant counterpoint to the previous fruit sweetness and thus provides a flavorful balance.


Finish
Towards the finish, the spicy and slightly bitter flavor components become stronger. The milk chocolate from the mouth gets a bit more cocoa content and turns into dark chocolate or even a small espresso with a touch of cream (in Vienna, this is called a Einspänner when the cream, whipped cream, is whipped stiff). The vanilla is still present, as is the fruit. The finish is medium long.


Conclusion
So the Glenmorangie distillate and bourbon or American oak barrels get along very well. If I already liked the 18y Extreme Rare not bad, this one puts again a notch on it. Especially with regard to the fruit basket in the nose, the balance and the harmonious taste. A really well made bourbon cask matured Highlander. A perfect companion for a warm summer evening. If it were a little cheaper than the current price of an average of € 120, - let's say by 20% - then it would be an absolute candidate for purchase. 

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Glenmorangie Signet

 


Nase & Aussehen
Der Signet zeigt sich mit einem satten Kupfergold im Glas. Sehr ölig schmiegt sich der Whisky an den Glasrand, dezente Legbildung inkludiert. Milchschokolade mit gerösteten Haselnüssen - flüssige Rittersport Vollnuss Milchschokolade - das sind sofort die ersten Assoziationen, die mir in den Sinn, in die Nase, kommen. Nach den ersten nussigen und schokoladigen Eindrücken kommen dunkle Früchte wie Zwetschken und getrocknete Datteln sowie Gewürze wie Muskat und Zimt zum Vorschein. Ein Hauch eines guten gereiften dunklem Balsamico aus Modena umweht im Hintergrund die Nase. Kandierte Orangen und Orangenzesten sind nun ebenfalls riechbar. Zum Ende hin, wie bei einem guten Essen, meldet sich der kleine italienische Mokka mit einem Schuss cremig geschlagenen Obers. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden, kein Stechen oder sonstige alkoholische Empfindungen wie Frische oder Menthol sind zu finden. Nach den ersten paar Schlucken habe ich zusätzlich noch Tabak und Leder in der Nase. Wirklich toll.

Geschmack
Die Cremigkeit von der geschlagenen Sahne am Ende im Geruch ist beim ersten Probieren auch beim Mundgefühl sofort präsent. Alkohol ist absolut nicht spürbar und dennoch werden die gezeigten Aromen mit ordentlich Punsch präsentiert. Die anfängliche Süße wird sehr schnell von einem ausgewogenen Potpourri aus dunkler Schokolade, gerösteten Haselnüssen und Kaffeearomen abgelöst. Die Gewürze aus der Nase wie Muskatnuss und Zimt kommen auch jetzt zum Vorschein. Die Orangen werden leicht bitterer und wandeln sich in eine Grapefruit um. Den Kontrapunkt zu der Geschmacksharmonie gibt die nun einsetzende Würzigkeit der Eiche. Ingwer und leichte Pfeffernoten finden sich gegen Ende hin in Richtung Abgang wieder. 

Abgang
Schön wärmend beginnt so auch der Abgang. Die Schokolade, bekommt einen höheren Kakaoanteil, und der Espresso geben noch den Ton an. Das Finale gestaltet sich mittellang bis lange. Die Aromen der gerösteten Nüssen und der Eiche sind länger im Mund vorhanden. Ganz zum Schluss endet der Signet mit Lederassoziationen.

Fazit
Die Nase, der Geruch vom Signet ist schon sehr gut. Die prägnante Schokoladen und Nusskombination weiß zu gefallen. Sehr ausgewogen die Aromen, sehr rund und harmonisch. Aber wirklich abgeholt hat er mich beim Geschmack. So eine tolle Mixture aus Nussnougatdessert und einem Nachmittagsmokka mit einem Häupchen an geschlagenem Obers. Ein richtiger Dessert Malt, ein Whisky zum Kaffee und Schokoladekuchen. Oder aber für einen ruhigen Abend. Absolut kein Dram für zwischendurch. Der braucht Aufmerksamkeit und die fordert er auch ein. Ok. Er ist „nur“ eine NAS-Abfüllung und der Preis von rund € 130,- bis € 140,- ist für einen NAS recht happig. Jedoch, wenn die Info stimmt, dass hier auch Whiskys aus Fässern mit einem Alter von bis zu 35 Jahren verwendet wurden, relativiert sich der Preis vielleicht wieder etwas. Ob Kauf oder nicht, muss eh jeder für sich entscheiden. Gut ist er auf alle Fälle.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Glenmorangie 18y

Glenmorangie 18y

Nase & Aussehen
Der volljährige Glenmorangie präsentiert sich mit einem hellen Goldton. Gemächlich bewegen sich die Tränen am Glasrand hinunter. Süße Vanillearomen mit reifen gelben Äpfel sind sofort in der Nase deutlich vorhanden. Auch andere Früchte wie Mango und vollreife dunkle Grapefruits sind vorhanden. Auch Malz oder gar heller Teig ist erkennbar. Das ganze Geruchspotpourri komprimiert sich zu einem hellen Früchtekuchen. Der Alkohol ist gut eingebunden. Die 43% sind wenig bis gar nicht stechend präsent.

Geschmack
Der süße Fruchtkuchen mit Vanillesauce entwickelt sich zu einen cremigen Mundgefühl. Auch geröstete Mandelsplitter haften am Teig. Hinter dem Früchte/Malzmix wird es am Ende im Mund leicht würzig und kräftiger. Die aromatische Eiche beginnt sich in Richtung Abgang zu zeigen.

Abgang
Das Holz vom Fass ist deutlich, aber nicht wirklich stark vorhanden. Nicht sehr bitter, eher nussig, wie Haselnuss oder vielleicht sogar eine Spur von Walnuss. Das Finish ist mittellang. Schön wärmend bewegt sich der Malt nach unten. Am Ende zuckt noch einmal kurz Fruchtaromen hervor.

Fazit
Der 18jährige von Glenmorangie ist sehr süffig und gefällt als schöner reifer Malt, der an einem Sommertag/abend ein schöner Begleiter sein kann. Die süßfruchtige Grundbasis mit dieser netten Kuchenassoziation sind ansprechend. Er kann seine Verwandtschaft mit dem 10y nicht verleugnen. Muss er auch nicht. Man merkt ihm seine längere Reifezeit deutlich an. Für den aktuellen Preis von im Schnitt unter € 90,- kann man sich schon eine Flasche ins Regal stellen. 

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Glenmorangie The Cadboll


Whiskybase

Nase & Aussehen
Der The Cadboll ist nach der Core Range mein erster Glenmorangie im Glas. Gleich beim ersten Hineinschnuppern habe ich ein Deja Vu mit dem The Original. Diesen süßen hellen Kuchenteig mit Ananaskompott hatte ich auch beim 10er. Nur ist das Gesamtensemble beim Cadboll gediegener und ausgewogener. Einfach lecker. Den Alkohol merkt man ein wenig, wenn man tiefer ins Glas hineinriecht, ein leichtes Stechen ist zu merken - trotz nur 43%. Nach dem ersten Schluck ist auch eine sanfte Vanillegrundierung zu erkennen. Die exotische Ananas wird stärker. Der teigige Geruch nimmt ab.

Geschmack
Der erste Schluck offenbart ein sehr nettes Mundgefühl mit einer üppigen Süße, das an Karamell erinnert. Der helle Ananaskuchen ist weiterhin präsent. Auch im Mund habe ich eine ferne Assoziation zum Original. Aber auch hier ist der Cadboll eindeutig der reifere, der größere Bruder. Schön rund.

Abgang
Der Kuchen wird am Ende ein wenig würziger. Aber nicht zu sehr. Die Eiche ist hier noch nicht dominant wahrzunehmen. Der kleine Braune bleibt länger im Mund und im Abgang haften.

Fazit
Der Cadboll schmeckt gut. Ist sehr süffig. Keine großen Ecken und Kanten. Besonders hervorheben muss man den Ananaskuchen im Glas. Er gefällt mir durchwegs gut. Ob er mir den aktuellen Preis von zwischen hohen €80,- und in Aktion mittigen € 70,- für die 1l Flasche wert ist, weiß ich nicht.

Montag, 11. November 2019

Glenmorangie 10y - The Original


 Whiskybase

Der absolute Einsteiger-Malt. Die Einsteigerflasche in die Core-Range von Glenmorangie. Sollte auch ein angenehmer Sommer-Whisky sein. Mal sehen.

Nase & im Glas:
Trotzdem er gefärbt ist, ist die Farbe ein sehr helles Goldgelb. In der Nase sehr helle maritime Früchte. Wie Zitrone, gepaart mit Vanille. Nach dem ersten Schluck schleicht sich auch ein floraler Duft zur Nase hinzu.

Geschmack:
Am Anfang gleich ein wenig Süße, auch hier ist eine schöne Vanille zu bemerken. Dann kommt Malz. Da sticht nichts, da ist nix scharf. Ganz sanft und weich.

Abgang:
Die schöne leckere Malznote endet in einen mittellangen Abgang mit ein wenig Eiche.

Fazit:
Der meistverkaufte Single Malt in Schottland. Die Schotten müssen es eigentlich wissen. Viel ist nicht da, aber das ist durchaus angenehm. Ein sehr sanfter, ruhiger Malt. Für den Sommer sicherlich eine gute Alternative.

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