Aberlour
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Dienstag, 16. Februar 2021

Quick-Notes: Aberlour 16y Double Cask 40%




Whiskybase

Beim 16jährige Double Cask von der im gleichnamigen Dorf in der Speyside gelegenen Brennerei wurden Bourbon- und Oloroso-Fässer verwendet, die nach 16 Jahren Reifung zusammen vermählt wurden. Die hier von mir verkostete Variante wurde mit 40% Alkoholstärke abgefüllt. Es gibt jedoch auch eine stärkere Version mit 43%.

Nase & Aussehen
Farbe ist Bernstein. Fruchtig-Süß, Anfänglich Orangen, dann reife rote Äpfel. Rumrosinen und Karamel.

Geschmack
Weicher Körpfer, sanft. Cremiges Mundgefühl. Milchschokolade, Furcht aus der Nase. Ändert sich zu Würzigkeit mit Zimt und Muskat. Etwas wässrig im Ganzen.


Abgang
Weich im Abgang. Dezente Sherrynoten. Dezente Eiche. Wird gegen Ende hin trockender. Abgang eher mittellang.


Fazit
Die Nase ist ein schöner Mix aus Frucht und Süße. Alles in allem sehr weich und rund. Im Mund und beim Abgang könnte er mehr Wums haben. Er ist etwas verhalten bei der Abgabe seiner Aromen - dies kann an den "nur" 40% Alkoholgehalt liegen. Wäre interessant, wie die 43iger Variante diesbezüglich ist. Der 12y Non chill-filtered war hier deutlich präsenter und hat mir persönlich besser gefallen.

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Aberlour A‘bunadh Batch 53


Whiskybase

Nase & Aussehen
Von Aberlour hatte ich schon einige im Glas. Alle waren bisher gut, wirklich sehr gut geschmeckt hat mir bis dato jedoch nur der 12y Non Chill-Filtered. Das Sample hier vom A’bunadh habe ich schon einige Zeit in meiner Kiste, das Batch 53 ist von 2015. Bin gespannt, wie er sich gegenüber dem Redbreast 12y CS schlagen wird.

Die Farbe ist wie der erste Geruchseindruck! Intensiv. Ein intensiv dunkles Bernstein, fast schon metallisch kupfrig. Die Nase bekommt ohne Wasserzugabe gleich eine extreme Sherryohrfeige. Leder. Altes Leder und dazu ein stechender Alkoholeinfluss, der an eine Beize erinnert. Der Ausdruck Sherrybrett ist hier sicherlich angebracht. Hinter der brachialen Sherrynote kommt nach ein paar Minuten auch sowas wie Orangenzesten. Die unverdünnte Nase ist sehr nett.
Mit ein paar Tropfen Wasser nimmt die stechende Schärfe deutlich ab. Er wird ruhiger und ausgewogener. Der ledrige Sherry wird zu einer dunkelfruchtigen, Dörrobst ähnlichen Note. Die Orange kommt mehr hervor.

Geschmack
Unverdünnt kriegt man die volle Wucht vom Alkohol zu spüren! Speichelfluss setzt sofort ordentlich ein. Deutliches Brennen im Mund. Dahinter kommt der Sherry zum Vorschein. Auch Gewürze wie Muskat und Zimt sind zu schmecken.
Mit Wasser wird er sanfter. Süße baut sich gleich zu Beginn im Mund auf. Zwetschkenmarmelade, Powidl in Österreich, ist vorhanden. Die Gewürze sind weiterhin präsent.

Abgang
Ohne Wasser geht er kräftig zu Ende. Bleibt maximal mittellang als dunkelschokoladiger Eindruck in Erinnerung. Auch der Abgang wird mit Wasser gefälliger. Zu den bitteren Nuancen kommen noch ein paar fruchtige Geschmackssplitter dazu. Der Malt bleibt auch länger präsent.

Fazit
Ich verstehe nun, wieso der A’bunadh so vielen, so gut schmeckt. Ein Sherrybrett der ersten Güte. Ohne Wasser ist er im Mund aber kaum zu bändigen. Mit der richtigen Wassermischung wird er sehr gefällig. Der Sherry ist weiterhin omnipräsent. Aber nicht mehr so drückend. Er ist wirklich ein toller Malt. Wenn ich mir einen Aberlour auswählen müsste, wäre der A’bunadh meine Wahl.
Im Vergleich zum erst von mir kürzlich probierten Redbreast 12 CS würde ich aus heutiger Sicht wohl jedoch dem irischen Vertreter den Vorzug geben. Er kam mir kompletter, ausgewogener vor. Im PLV sollten beide ähnlich plaziert sein.

Mittwoch, 13. November 2019

Aberlour 18y


Whiskybase

Nase & Aussehen
Die Farbe ist ein sehr schönes dunkles, rötliches Bernstein. Die Nase beginnt sofort mit einer zarten, fast schon blumigen, parfümierten Note. Dieser florale Duft wird nach kurzer Zeit im Glas zu einer süßen Orange. Kein Stechen oder ähnliches von Alkohol zu bemerken - sehr gut eingebunden. Jetzt, nach weiteren Minuten der Ruhe im Glas, kommen auch Sherrydüfte zum Vorschein. Aber nicht die dunkelfruchtigen und ledrigen, sondern eher die roten hellen Früchte. Dazu ein wenig Vanille - wahrscheinlich vom Bourbonfass.

Geschmack
Spritzig und süßlich im Antritt. Zimt übernimmt kurz die Führung im Mund. Von Vanille oder der Orange, die ich in der Nase hatte, merke ich im Mund jetzt nichts mehr. Ein wenig wässrig ist das Mundgefühl.

Abgang
Das würzig, pfeffrige geht beim Abgang weiter. Danach kommt eine nicht allzu heftige Bitterkeit, eher kleiner Espresso. Jetzt ist auch ein wenig die Eiche da. Die Eiche bleibt schön länger im Mund haften.

Fazit
Die Nase ist sehr interessant. Die florale und orangige Kombo ist wirklich toll! Überraschend ist davon im Mund eher wenig zu merken. Hier übernimmt dafür ein Duo aus Gewürzen und Bitterkeit - wahrscheinlich kommt hier die Eiche mehr zum Tragen. Von der Nase her ein Großflaschenkandidat. Aber beim Mundgefühl fehlt mir etwas. Nur Würze und Bitter ist zu wenig für einen Kauf.

Freitag, 8. November 2019

Aberlour 12y Non Chill-Filtered


Whiskybase

Dieser 12jährige ist mein erster Aberlour, den ich im Glas habe. Ich freue mich schon darauf.

Nase & im Glas:
Schönes sattes Gold leuchtet mir im Glas entgegen. Starke Schlierenbildung am Premium Sniffer. Die erste Nase erlebt ein leichtes Stechen der 48%. Sherry ist dahinter aber bereits deutlich zu erkennen. Ich geb ihm noch ein wenig Zeit.
Jetzt legt sich eine schöne saftige Orange über die Sherrynote. Und Vanille drückt nun auch in die Nase. Der Alkohol hat sich zwar deutlich abgeschwächt, aber komplett weg ist er nach ca. 10 Minuten noch nicht. Süße wie Fruchtzucker oder Karamell kann ich keine feststellen.

Geschmack:
Ein sehr netter cremiger und zugleich fruchtiger aber nicht süßer erster Antritt. Mhm. Volle Milchschokolade mit einer gewissen Ingerwürze folgt beim nächsten Schluck. Irgendwie ist mir der Sherry abhanden gekommen. Der Alkohol ist nun kaum mehr wahrzunehmen. Der Mundraum wird kurzntrocken, danach kommt Speichelfluss. Er schmeckt gut, eigentlich sehr gut.

Abgang:
Sehr schöner malziger Abtritt, bei dem der im Geschmack gefundene Ingwer weiter zu finden ist. Danach geht es in eine feine Eiche über und bleibt. Mittellang bis langer Abgang. Beim „auf Widersehen“ kommt noch einmal eine kurze herb bittere Note - Espresso ohne Zucker und Milch - zum Vorschein. Lecker!

Fazit:
Tolle Nase. Sie erinnert mich ein wenig an den Glenlivet 18 mit der schönen Orange. Jedoch war beim Glenlivet der Alkohol weniger stechend in der Nase. Aber mit seinem PLV (ca € 40,- aktuell) ist er schon ein toller Malt. Der Caledonia ist mit sicherlich der sherrylastigere der beiden. Aber der 12y von Aberlour ist mit seinem günstigeren Preis ein gefährlicher Kontrahent.
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